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Wie sind Gottesdienste ansprechend
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Wie sind Gottesdienste ansprechend

Susanna Petig
Ein Beitrag von

Susanna Petig,

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder
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„Warum müssen Gottesdienste eigentlich immer so deprimierend und ernst sein?“, fragt meine Freundin. "Heißt Evangelium nicht eigentlich frohe Botschaft?“
„Stimmt“,
gebe ich zu und komme ins Grübeln.
Warum verbinden so viele Menschen Gottesdienst, Kirche und Glauben mit eher traurigen oder gar langweiligen Gefühlen? Es gibt doch zum Beispiel auch Familiengottesdienste in ganz vielen Gemeinden! Da werden die christlichen Themen kindgerecht aufbereitet und sind beileibe nicht deprimierend.
Aber meine Freundin hatte wohl eher die klassischen Erwachsenengottesdienste im Blick. Die Liturgie mit ihren Wechselgesängen, die inzwischen vielen fremd sind und ungewohnte Melodien haben. Die Predigten, die in einer Art Monolog ein Thema aufgreifen und besprechen – möglicherweise nicht immer gelungen.

Liegt es an der Form?

In der Öffentlichkeit kommt der Glaube meist im Zusammenhang mit Trauer oder Krisensituationen vor. Das ist ja auch gut: Denn natürlich hat der Glaube etwas dazu zu sagen. Eine tröstliche, eine frohe Botschaft eben. Ernst, aber ganz und gar nicht deprimierend. Die gilt allerdings auch außerhalb von Trauer und Krisen.

Gott liebt dich, so wie du bist.

„Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“, sagt die Bibel (1. Johannesbrief, Kap. 4, Vers 16). Klingt doch eigentlich gar nicht deprimierend, finde ich.

Wie schade, wenn es so ankommt!

Ich werde versuchen, die frohe Botschaft auf verständliche und fröhliche Weise zu sagen. Und ich werde meiner Freundin empfehlen, es einfach noch mal zu versuchen mit den Gottesdiensten. Sich noch mal darauf einzulassen, vielleicht auch auf die ungewohnte Form.
Mag sein, dass sich der Inhalt dann noch mal ganz neu entfaltet. Dass sie Impulse bekommt, wie sie Gottes Liebe im Alltag leben kann, anderen Gutes tut und neue Wege eröffnet.

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