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Wandern und Pilgern
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Wandern und Pilgern

Steffen Jahn
Ein Beitrag von

Steffen Jahn,

Referent für Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat in Fulda
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Moderator/in: Pilgern ist voll im Trend. Spätestens seit dem Bestseller von Hape Kerkeling, "Ich bin dann mal weg!" in dem er seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostella in Spanien beschreibt. Um zu pilgern, muss es gar nicht nach Spanien gehen. Auch hier bei uns in Hessen gibt’s tolle Pilgerwege. Steffen Jahn von der katholischen Kirche, du bist erst vor kurzem eine solche Pilgerroute gelaufen?

Ja, genau. Und ich habe dabei in fünf Tagen einmal Hessen komplett durchquert. Entstanden ist das aus einer verrückten Idee. Und einige Monate später bin ich dann gemeinsam mit einem Freund in Mainz gestartet, um zu Fuß die 185 km bis nach Fulda zurück zu legen. Im Gegensatz zum Wandern hat man beim Pilgern auch immer ein spirituelles Anliegen. Der Pilgerweg den wir gegangen sind heißt Bonifatiusroute …

Und die Bonifatiusroute geht also einmal quer durch Hessen – das klingt nach einer sportlichen Herausforderung. Wer war das denn, dieser Bonifatius? Und wo geht die Route lang?

Der hl. Bonifatius war Bischof von Mainz und wurde im Jahr 754 auf einer Missionsreise erschlagen. Da es sein letzter Wunsch war, in Fulda begraben zu werden, trugen ihn seine Begleiter dann dorthin zu Grabe. Der Weg geht über Hochheim und Eschborn im Norden um Frankfurt rum und führt dann durch den Vogelsberg nach Fulda. Du kannst einfach in deinem Tempo laufen Und als Pilger bekommst du sogar einen Pilgerausweis, und der wird unterwegs dann in den Kirchen und Pfarrhäusern gestempelt. Damit kann ich später noch nachschauen wo ich lang gepilgert bin, und habe eine tolle Erinnerung an die Tour.

Und wie ist dein Fazit, habt ihr euch spirituell und körperlich verausgaben können?

Also körperlich war es für mich tatsächlich eine Herausforderung. Besonders weil ich es nicht gewohnt bin, täglich 35 km zu laufen. Neben den obligatorischen Blasen an den Füßen bin ich da am vorletzten Tag ziemlich an meine Grenzen gekommen. Aber auch spirituell war es eine besondere Reise. Den ganzen Tag keine Verpflichtungen zu haben und viel Zeit nachzudenken – das macht den Kopf frei. Ich kann das wirklich weiterempfehlen – und das Beste, für uns Hessen liegt der Pilgerweg direkt vor unserer Haustür!

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