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Gottes Schöpfung ist Vielfalt
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Gottes Schöpfung ist Vielfalt

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Richtig aufregend war der Wahlkampf nicht, sagen viele. Außer einmal, da sprühten die Funken. Ein Kanzlerkandidat sagte im Fernsehen: Das soll jeder machen, wie er will - und meinte das gendergerechte Sprechen, also die geschlechtergerechte Sprache (ARD-Wahlarena). Lehrer und Lehrinnen zum Beispiel. Oder

Wähler: innen, mit dieser kleinen Pause. Da sind manche Gemüter schnell erhitzt und halten das für unsinnig oder übertrieben. Und der Kandidat sagte: Das sollen alle machen, wie sie wollen.

So denke ich nicht. Natürlich ist Umdenken immer anstrengend; anders sprechen auch. Man muss sich aber auch von Gewohnheiten verabschieden - vor allem, wenn sie ungerecht sind und Menschen verletzen. Die Welt ist ja nicht nur männlich. Gottes Schöpfung ist Vielfalt. Das soll man auch hören. Ich verstehe Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen, wenn es nur "der" oder "er" heißt. Auch Sprechen soll feinfühlig sein.

Sprache ist so etwas wie unser Seelenkleid. Wie wir sprechen, so empfinden und fühlen wir. Und wer alle Menschen achten will, spricht auch so. Manchmal ist das mühsam, ja. Aber es ist richtig, weil es gerecht ist. Gerecht gegenüber der Vielfalt von Gottes Schöpfung. Es gibt nicht nur ein Geschlecht. Die nächste Regierung soll ebenso viele Frauen wie Männer haben, heißt es. Recht so. Dann will ich mir gerne die kleine Mühe machen und auf meine Sprache achten. In Gottes Herz haben alle Menschen ihren Platz. Daran glaube ich. Und will das auch gerne zum Klingen bringen.

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