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Freizeit haben
Bildquelle Pixabay

Freizeit haben

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Richtig frei haben ist auch ganz schön schwer. Ich bin gewöhnt, immer schaffen zu müssen. Oft habe ich das Gefühl, ich renne meinen Terminen hinterher. Irgendwas habe ich doch sicher verpasst. Das hätte ich auch noch machen müssen. Und wenn ich tatsächlich mal nichts zu tun habe, dann ist der Garten dran. Ist schon beeindruckend, wie der Löwenzahn durch alle Spalten herausguckt. Manchmal sieht es sogar schön aus.

Aber hier im Taunusdorf, wo ich wohne, da achtet man drauf, dass da nichts wächst, wo nichts wachsen soll. Also arbeite ich auch hinterher. Und kratze in den Fugen herum. Die Ameisen flitzen heraus und scheinen sich ganz schön aufzuregen, was ich da mit dem Messer so mache. Irgendwann kommt dann doch der Moment, wo richtig frei ist.

Freizeit. Nichts tun. Faul rumhängen. Schon das zu sagen, klingt etwas gewöhnungsbedürftig. Aber jetzt ist es so. Ich tue heute mal, was ich wirklich will: einfach nichts. Ich finde da etwas Schönes aus der Bibel: Gott hat ganz entspannt nach sechs Tagen Schöpfung am siebten Tag geruht. Sich über sein Werk, die Welt, gefreut und mal nichts gemacht. Seine Schöpfung, unsere Welt einfach mal so genossen. Entspannt und vergnügt angeguckt, denke ich. Es tut mir auch gut, mal wenigstens an einem Tag der Woche nichts zu tun. Nichts tun zu müssen. Entspannen, relaxen, durchatmen. So wie Gott geruht hat, nachdem er die Welt erschaffen hat.

Es tut mir gut. Und ich muss kein schlechtes Gewissen haben. Ich brauche diese mir heiligen ruhigen Momente. Danach kann ich wieder durchstarten. Richtig frei haben können, das ist richtig schön!

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