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Etwas Gutes tun
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Etwas Gutes tun

Steffen Jahn
Ein Beitrag von Steffen Jahn, Referent für Weltkirche, Bischöfliches Generalvikariat Fulda
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Moderator/in:Wer die täglichen Nachrichten verfolgt, merkt ziemlich schnell, wie groß die Not in der Welt ist. Kriege, Konflikte und Hungersnöte aber auch Armut oder Einsamkeit bei den Menschen direkt in unserer Nachbarschaft. Viele Menschen haben das Gefühl: Ich muss was dagegen tun. Eine Geldspende oder die Klamotten in die Altkleidersammlung.
Steffen Jahn von der Katholischen Kirche - Kann ICH gegen das ganze Elend überhaupt was bewirken?

Das ist tatsächlich eine schwierige Frage über die ich auch manchmal ins Zweifeln komme. In der Bibel gibt es dazu einen Psalm der heißt: Vertrau auf den Herrn und tue das Gute (Psalm 37,3). Aber was ist denn „das Gute“? Und wer sagt mir wo und wem ich „Gutes tun“ soll? Einem Obdachlosen mal einen Kaffee ausgeben, gerade jetzt wenn‘s kalt draußen ist, oder vielleicht eine Spende für ein Projekt im Kinderkrankenhaus? Am Beispiel wird schnell deutlich, beim „Gutes tun“ gibt’s keine verbindliche Regel. Die Möglichkeiten zum Helfen – ob materiell, oder ganz praktisch – sind für jeden verschieden. 

Du meinst, beim Gutes tun, da kann ich eigentlich wenig falsch machen?

Ja, ich denke schon. Jeder von uns hat ja selbst eine innere Antenne dafür, wo die Hilfe gebraucht wird. Und das ist vielleicht auch schon das Wichtigste dabei: Aufmerksam und achtsam zu sein dafür, wie es dem anderen geht. Das bedeutet manchmal, auch seine eigenen Interessen zurückzustellen. Und zum Beispiel bei großen Katastrophen sind ja durchaus viele Menschen bereit, zielgerichtet zu helfen. Mit Spenden oder direkt vor Ort.

Aber was heißt das für mich im Alltag?

Ich hatte zum Beispiel kürzlich bei einer Bahnfahrt eine Begegnung mit einer jungen Frau die saß mir im Zug gegenüber. Und war ganz vertieft in ihre medizinische Fachlektüre. Da habe ich sie angesprochen. Sie hat mir dann erzählt, sie würde sehr gerne Hebamme werden, aber sie war sich sehr unsicher ob das das Richtige ist. Und sie hat sich Sorgen um ihre Zukunft gemacht. Als ich nach einer Weile dann aussteigen musste, da stand die junge Frau auf und bedankte sich bei mir ganz höflich für mein Zuhören.
Darüber war ich erstmal total überrascht – Aber dann war ich mir sicher – durch das Zuhören habe ich wahrscheinlich gerade intuitiv schon etwas „Gutes getan!“

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