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Begegnung

Begegnung

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin und Kita-Beauftragte, Hofheim-Kriftel
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Letzte Woche war ich in meiner Mittagspause in der Fußgängerzone. Da sind mir zwei Frauen aufgefallen. Offenbar hatten sie sich länger nicht gesehen. Denn sie haben sich überschwänglich begrüßt. Dann haben sie sich auf die nächste Bank gesetzt und sofort angefangen zu erzählen. Und das Besondere an den beiden Frauen war: Sie waren beide schwanger.

Da ist mir eine Erzählung aus der Bibel eingefallen. Auch da geht es um zwei schwangere Frauen, die sich schon länger nicht gesehen haben (vgl. Lukas 1,39 – 56). Die eine, Maria, geht zu ihrer Kusine Elisabeth. Elisabeth ist schon alt, eigentlich über das Alter hinaus, in dem eine Frau Kinder bekommen kann. Da will Maria ihr beistehen. Und es ist auch ganz gut, wenn sie aus ihrer Heimatstadt Nazareth wegkommt. Denn sie ist schwanger und nicht verheiratet. Da haben sich die beiden Frauen sicher auch viel zu erzählen. Aber Lukas, der diese Begegnung schildert, interessiert sich nicht für Morgenübelkeit und dicke Beine. Für ihn ist wichtig, was die Kinder und die beiden Frauen für die Geschichte Gottes mit den Menschen bedeuten:

Die sind etwas Besonderes! Elisabeth wird die Mutter von Johannes, der später mal in der Wüste taufen wird. Er wird ein berühmter Prophet, der das Kommen des zweiten Kindes ankündigt. Und das ist Jesus, der Retter und Erlöser der Menschen! Lukas lässt Elisabeth sagen: Das Kind hat sich in meinem Leib bewegt! Es ist vor Freude gehüpft, weil sein Retter zu Besuch kommt. Daraufhin erzählt Maria nicht, was ihr in Nazareth so alles passiert ist. Sondern sie antwortet mit einem langen Lobgebet über die wunderbaren Taten Gottes.

Ich habe mir überlegt, was Lukas uns mit dieser Erzählung sagen will. Ich glaube, er versucht uns damit zu beschreiben, was in den Augen Gottes wichtig ist. Es geht nicht darum, was die Leute so reden. Es geht darum, was der Mensch in den Augen Gottes ist. Maria und Elisabeth, zwei große Frauen begegnen sich. Und sie sind groß, weil Gott sie so gemacht hat: „Großes hat der Herr an mir getan.“ So sagt es Maria.

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