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Aller guten Dinge sind drei
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Aller guten Dinge sind drei

Monika Dittmann
Ein Beitrag von

Monika Dittmann,

Katholische Seelsorgerin im Altenheim, Flörsheim am Main

„Jetzt habe ich schon zweimal erfolglos versucht anzurufen," hat sich meine Kollegin beklagt. „Mach dir keine Sorgen, aller guten Dinge sind drei," habe ich ihr geantwortet. In ganz vielen Zusammenhängen benutzen wir dieses geflügelte Wort. Die Zahl 3 gilt in vielen Kulturen, vor allem im Christentum, als heilige Zahl. Sie steht für Vollkommenheit und Einheit.

In der Musik gibt es den Drei-Klang, Kunst und Literatur präsentieren „vollkommene“ Werke als Trilogie oder Triptychon. Es sind immer „Dreierportionen“, die etwas Vollkommenes darstellen sollen. Auch in Märchen kommt die Zahl 3 oft vor. In der christlichen Zahlensymbolik gibt es vor allem die „Dreifaltigkeit“ oder „Trinität“. Christen sind auf den dreifaltigen Gott getauft.

Was hat es mit dieser Dreifaltigkeit auf sich? Der Vorwurf lautet oft, da seien ganz hinten rum aus dem EINEN GOTT drei Götter geworden. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist – wie soll man das denn auch denken? „Denken“ ist wichtig: es  geht um ein Denk-Modell – denn Gott ist ganz anders, als wir ihn uns vorstellen können. Ich erlebe Gott in meinem Leben ganz unterschiedlich.

Eine alltägliche Erfahrung hilft mir, mich dem Geheimnis Gottes anzunähern.
*Die Sonne kann man nicht direkt ansehen, das wäre gefährlich für die Augen. Aber sie ist da. Ohne sie gibt es kein Leben, sie kann nicht ausgeknipst werden. – So ist Gott, der Leben schenkt, den ich aber nicht sehen kann.
*Die Sonne schenkt Licht zur Orientierung. Wir erkennen unseren Weg. – Jesus gibt mir mit seinem Tun Orientierung.
*Die Sonne wärmt. In ihrer Wärme fühlen wir uns wohl. Ohne sie wäre es eiskalt; sie gibt uns ein gutes Klima, in dem wir gerne leben. – So ist der Heilige Geist; er erwärmt mein Herz; er befähigt, dass wir in unserer Gesellschaft, in unseren Familien und in der Kirche ein besseres Klima haben, es nicht eiskalt und unbarmherzig zugeht. Es ist die eine Sonne, die dreifach wirkt – Und so ist der eine Gott:

Heute feiern Christen die Dreifaltigkeit; in der evangelischen Kirche wird sogar das Kirchenjahr am Sonntag Trinitatis festgemacht. Gar nicht so schlecht, der Gedanke „Aller guten Dinge sind drei“ – finde ich. Gott gibt das Gute in all seiner Vielfalt für mein Leben.

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