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Siebenschläfer
Bildquelle: Baptiste Heschung/Pixabay

Siebenschläfer

Kurt Grützner
Ein Beitrag von

Kurt Grützner,

Landespolizeipfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel
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„Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.“ So die alte Bauernregel. Und heute ist Siebenschläfer! Ich weiß nicht so recht, was ich mir wünschen soll? Dass es heute regnet, damit der Sommer nicht wieder so trocken wird, wie der letzte? Oder dass die Sonne scheint und wir uns auf einen sonnigen Sommer freuen können? Vorausgesetzt natürlich: die Bauernregel trifft zu.

Wir würden zu gerne wissen, wie das Wetter wird. Besonders wenn wir eine Gartenparty planen.

In der Grundschule wurde uns eine Fabel erzählt, die ich bis heute nicht vergessen habe: Ein Bauer handelt mit Gott, ob er nicht – wenigstens für ein Jahr mal - das Wetter selber machen könnte, damit er nicht immer so sehr davon abhängig sei.
Gott stimmt zu. Der Bauer gestaltet das Wetter nach allen Regeln der Kunst. Das Getreide steht prächtig zur Ernte. Beim Dreschen aber kommt der Schock: Die Ähren sind leer. „Du hast den Wind vergessen“, belehrt ihn Gott und fragt, ob er das Wetter auch für das nächste Jahr nochmal selber machen will. Der Bauer lehnt dankend ab.

Heute weiß ich: die Fabel erzählt von dem Wunsch der Menschen, selber Schöpfer zu sein. Nicht so abhängig vom Wetter zu sein. Auch bei der Gartenparty. Aber der Mensch ist nach christlichem Verständnis Teil der Schöpfung. Selbst Geschöpf, das das Wetter nicht einfach machen kann. Wir haben da keinen Einfluss, sind ohnmächtig. Das haben Menschen schon vor Urzeiten erfahren:
Die Bibel erzählt von der Sintflut. Nur die Besatzung der Arche Noah überlebt. Pflanzen, Mensch und Tier. Als der Wasserstand wieder sinkt erscheint ein Regenbogen am Himmel. Noah hört die Zusage Gottes:
„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8, 22)

Wie das Wetter die nächsten sieben Wochen wird, weiß ich damit auch nicht. Aber ich vertraue darauf, dass Gott seine Schöpfung bewahrt. Und ich nehme mir vor, alles dafür zu tun, ihm nicht ins Schöpfungs-Handwerk zu pfuschen. Und so zu leben, dass uns eine zweite Sintflut erspart bleibt.

 

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