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Siebenschläfer - Hoffen, dass Gott unmögliches möglich macht
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Siebenschläfer - Hoffen, dass Gott unmögliches möglich macht

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Konstantin wacht auf und hat Hunger. Seine Freunde neben ihm schlafen noch. Er krabbelt aus der Berghöhle, in der sie übernachtet haben. Er geht runter in die Stadt und will Brot kaufen. Die Stadt sieht anders aus, als Konstantin sie kennt. Auch die Leute auf der Straße kommen ihm komisch vor – sie haben ganz andere Sachen an. Aber er hat zu großen Hunger, um darüber nachzudenken. Schnell zum Bäcker und einen Laib Brot kaufen.

Der Bäcker stutzt, als Konstantin ihm das Geld zum Bezahlen gibt. „So eine Münze habe ich ja noch nie gesehen!“, sagt der Bäcker. „Die sieht ja uralt aus – ich bin doch kein Antiquitätengeschäft.“ Konstantin wundert sich: „Kann doch nicht sein. Hier, da ist der Kopf von Kaiser Decius drauf. Die Münze ist schon richtig.“ Der Bäcker lacht: „Kaiser Decius? Von dem habe ich in der Schule gehört, der ist schon 200 Jahre tot.“

Die Geschichte von Konstantin und seinen Freunden ist eine christliche Legende, die dem Tag heute seinen Namen gegeben hat: Siebenschläfer. Sieben junge Christen hatten sich in einer Berghöhle bei Ephesus versteckt. Sie wollten der Christenverfolgung von Kaiser Decius entkommen. Doch die Verfolger haben sie in ihrem Versteck aufgespürt und in der Höhle lebendig eingemauert. Der sichere Tod. Doch der Legende nach starben die sieben nicht, sondern schliefen fast 200 Jahre lang. An einem 27. Juni wurden sie zufällig entdeckt. Die Christenverfolgung war lange vorbei. Das Römische Reich war christlich geworden. Die Leute staunten über dieses Wunder. Die sieben jungen Christen waren der Beweis: Gott rettet. Gott hat Macht über Leben und Tod. Wenig später starben die sieben Schläfer.

200 Jahre verschlafen und dann ab in die Ewigkeit. Was hat die Leute so an dieser Legende gepackt, dass der 27. Juni bis heute Siebenschläfer heißt? Es ist die Hoffnung, dass Gott Unmögliches möglich macht, um Menschen zu retten. Auch die letzte Grenze, der Tod, ist für Gott keine Grenze. Ob ich verschlafe oder aufstehe, ob ich lebe oder sterbe, ich bin in Gottes Hand.

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