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Nachhaltige Weihnachten - Trost und Freiheit
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Nachhaltige Weihnachten - Trost und Freiheit

Karl Waldeck
Ein Beitrag von

Karl Waldeck,

Direktor Evangelische Akademie, Hofgeismar
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27. Dezember. Nun ist wieder Alltag − nach zwei Festtagen, nach zwei Weihnachtstagen. Für manche bedeutet der 27. Dezember zurück an die Arbeit! Andere gönnen sich noch ein paar freie Tage: Weihnachtsgeschenke umzutauschen oder Gutscheine einzulösen, Freunde oder Verwandte besuchen oder in den Urlaub zu fahren. 27. Dezember scheint vor allem zu bedeuten: Weihnachten 2018 – das war einmal, Weihnachten ist Vergangenheit. Bald wird man die ersten Christbäume wieder auf den Bürgersteigen liegen sehen.
Ich finde das schade – nicht nur, was die Christbäume angeht. Kann es nicht auch ein nachhaltiges Weihnachtsfest geben? Bei dieser Nachhaltigkeit geht es nicht nur um bewussten Konsum; sondern um eine Nachhaltigkeit des Herzens. Wie kann die Weihnachtsbotschaft länger Teil meines Lebens bleiben und nicht einfach verloren gehen – bis zum nächsten Weihnachtsfest? Weihnachten ist doch mehr als ein Event, mehr als ein kurzes Feuerwerk der Gefühle an Heilig Abend!
Um nachhaltig Weihnachten feiern zu können, hilft mir eines der beliebtesten Stücke Weihnachtsmusik: Bachs Weihnachtsoratorium. Über seinem 3. Teil steht „Am 3. Weihnachtstag“. Diese Kantate wurde zu Bachs Zeiten am 27. Dezember aufgeführt: Damals war das ein Feiertag. In Bachs Kantate ist davon die Rede, was von Weihnachten bleibt, was nachhaltig ist. In einem Duett ist es zu hören. Es war ursprünglich ein Liebeslied, das Bach in dieser Kantate auf Weihnachten, das Fest der Geburt, Jesu übertragen hat. Eine Frau und ein Mann, Sopran und Bass, singen: „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen tröstet uns und macht uns frei.“ Von Gottes Mitleid und Erbarmen ist die Rede, die es Weihnachten zu feiern gilt. Mitleid und Erbarmen, darin besteht die Liebe Gottes zu uns Menschen. Sie zeigt sich Weihnachten darin, dass Jesus, der Sohn Gottes, der Sohn der Maria, geboren wurde. Gott liebt uns so sehr, dass er Mensch wird und mit seinem Mitleid und Erbarmen seitdem an unserer Seite ist und uns tröstet. Die Grenze von Himmel und Erde werden so überschritten: Freiheit wird in der Begegnung mit Jesus spürbar. Es ist die Liebe, in der Gottes Mitleid und Erbarmen erfahrbar ist, die tröstet und frei macht.
Trost und Freiheit. Dafür steht die Weihnachtsbotschaft. Auch am 27. Dezember und der folgenden Zeit. Dann, wenn uns der Alltag wieder hat. Alltagsgrau nach Kerzenglanz! Zum Alltag gehören Sachzwänge genauso wie Enttäuschungen, Scheitern, Verletzungen, Frustration – im Beruf wie im Privaten. In diesen Stunden tut es gut, den weihnachtlichen Trost und die Freiheit in den Alltag mit hineinzunehmen. Das ist nachhaltig, und das macht gelassen und stark.

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