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Lächeln hilft
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Lächeln hilft

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von

Clemens Weißenberger,

Katholischer Pastoralreferent, Frankfurt

Da hatte mich doch einer richtig eingeparkt, sich mit seinem Auto ganz dicht hinter mich gestellt. Ich kam einfach nicht mehr raus aus meinem Parkplatz. Also habe ich erstmal lange gehupt und war schon ein bisschen genervt. Dann endlich kam einer aus dem Geschäft in der Nähe. Ich wollte gerade loslegen: Er kann hier doch nicht einfach so parken! Da geschah es: Er hat mich einfach nur angelächelt und gesagt: „Das ist echt schlimm mit den Parkplätzen hier in der Stadt, danke für Ihre Geduld!“ Er lächelte einfach weiter und ließ mich dann aus meinem Parkplatz.

Ich konnte ihm einfach nicht mehr böse sein. Mit seinem Lächeln hatte er alles Schlimme aus der Situation rausgenommen. Er hat richtig gestrahlt, und das hat mich sogar richtig angesteckt. Ich bin dadurch dann selbst wieder fröhlich geworden. Denn ehrlich, so lange habe ich doch nun auch nicht gewartet. Und ich habe mich auch ein bisschen über mich selbst gewundert, über meine gedrehte Stimmung. Auf der Fahrt nach Hause habe ich nachgedacht. Das Lächeln des Typen, der mich eingeparkt hatte, hat noch stundenlang weitergewirkt. Ich habe mir dann vorgenommen, zu probieren, ob mir das mit dem Lächeln auch gelingt. Und tatsächlich war es dann so. Ich hatte eine Verabredung mit einer Kollegin verpennt. Irgendwie ist mir das durchgerutscht. Und sie hatte sich darauf verlassen, dass ich ihr helfen wollte. Als ich sie das nächste Mal gesehen habe, habe ich sie angestrahlt. Und gesagt, wie leid es mir tut, dass ich den Termin mit ihr versäumt habe. Sie grummelte, aber nur ganz kurz, dann hat sie auch gelächelt und gesagt: Ist gar nicht so schlimm, ich habe jemanden anderen gefunden, der hat mir helfen können. Und schon lächelten wir beide.

Wenn ich wütend bin oder bei eigenen Fehlern, da hilft mir das Lachen, das ganze etwas entspannter anzugehen. Dann tut ein Lächeln mir und dem anderen gut. Das hat ja auch mit meinem Glauben zu tun. So ein Lächeln, das ist für mich wie ein schnelles Glaubensbekenntnis: Weil Gott die Welt und die Menschen liebt, hat er sie gemacht. Und weil Gott uns Menschen liebt, sollen auch wir liebevoll und freundlich miteinander umgehen. Das Lachen ist dann sowas wie die Übersetzung von dem, was Gott will, in unsere Sprache. Ich habe erfahren, dass das klappt. Und dann passiert das, was Gott sicher auch gefällt: Die Welt wird freundlicher. Und sicher lächelt dann auch Gott.

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