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Gutes tun muss gut bleiben
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Gutes tun muss gut bleiben

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Gutes tun kann schlecht ausgehen. Vor allem bei Frauen, sagt eine Studie (Gender Care Gap, SZ vom 23.6.2017). Frauen leisten mehr Dienste im Haus und in der Pflege. Frauen sind häufiger bei den Kindern. Und bei den Eltern, wenn die Betreuung brauchen und Pflege. Zu häufig sind es allein die Frauen, die sich kümmern. Das ist gut; ein wichtiger Dienst an Jungen und Alten. Nach ein paar Jahren dann gehen die Frauen zurück in ihren Beruf. Das kann aber schlecht ausgehen. Weil viele Jahre fehlen bei der Berechnung der Rente. Frauen haben Zeit bei Kindern und alten Eltern verbracht, haben Gutes getan – und es geht schlecht aus. Sie haben viel weniger Rente, als sie haben müssten.
Gutes tun darf nicht schlecht ausgehen. Wenn Frauen sich kümmern und Männer arbeiten, muss das gleich behandelt werden. Dafür haben wir Politiker. Und dafür gibt es Wahlen. Um die zu wählen, die Gutes gut bleiben oder werden lassen. Es darf nicht bestraft werden, wenn man sich kümmert. Schulbrote schmiert, Kindern zuhört, ihre Sorgen bespricht. Oder Eltern hilft, ihnen vielleicht kocht oder einkauft. Das ist Dienst am Leben, also Segen.
Gutes tun muss gut ausgehen. Liebe deinen Nächsten darf nicht noch bestraft werden, irgendwann. Es muss geachtet und belohnt werden. Nicht nur mit freundlichen Worten und Blumensträußen. Wer sich um seine Nächsten kümmert, soll nicht nur Gotteslohn bekommen, sondern auch Menschenlohn. Das sagen Herz und Verstand. Politiker hoffentlich auch. Sie müssen das ändern. Sofort. Damit Gutes gut bleibt.

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