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Fußball plus Mitgefühl
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Fußball plus Mitgefühl

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Auch wenn wir vielleicht nicht Weltmeister werden: Fußball kann schön sein. Und Fußball plus Mitgefühl ist schön. Dem dänischen Fußballer Jonas (Knudsen) widerfährt in Russland ein großes Glück. Er wird Vater. Seine Frau bringt das gemeinsame Kind zur Welt. Aber in Dänemark; und leider vier Wochen vor dem errechneten Termin. Jonas ist glücklich und unglücklich zugleich. Er ist zwar Vater einer Tochter, ist aber tausende von Kilometern entfernt von der Heimat. Dabei möchte er doch so gerne seine Tochter in die Arme nehmen.

Jetzt kommt das Mitgefühl. Die zwanzig anderen dänischen Spieler greifen in ihre Taschen und sammeln Geld. Für einen Privatflieger. Jonas fliegt nach Dänemark. Bleibt ein paar Stunden bei Frau und Tochter. Dann fliegt er zurück und ist pünktlich wieder beim Training in Russland. Mitgefühl hat seinen Preis, manchmal. Das spüren die Fußballer, als sie die Rechnung sehen.

Ja, es trifft keine Armen. Aber darum geht es nicht. Es geht ums Erkennen, was einer braucht, dringend nötig hat. Dazu muss man sehen, hören, sich einfühlen. Vor allem aber muss man wegsehen können von sich. Nicht: Ich zuerst; sondern: Was braucht meine Nachbarin, mein Freund, der Fremde da drüben. Was brauchen sie? Brauchen sie vielleicht mich? Mit meinem Hauch an Verständnis - nicht gleich mit Maßregeln oder Verurteilen? Bestimmt brauchen sie mich. Ich kann ihr Helfer werden, manchmal. Ich darf zeigen, wie Gott ist: Mitgefühl statt Ellbogen. Es muss nicht immer zuerst um mich gehen. Es kann mein Glück sein, anderen zu dienen.

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