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Es nicht lassen können …
Bildquelle: StockSnap/Pixabay

Es nicht lassen können …

Susanna Petig
Ein Beitrag von

Susanna Petig,

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder
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„Sie kann’s einfach nicht lassen!“, hab ich manchmal gedacht.
Wenn wir Besuch hatten, hat meine Mutter alles getan, dass der sich wohlfühlte.
So war sie erzogen - ihre Schwestern waren genauso.
Kaffee, Kuchen,    Tee, Brote    –    oder lieber ein Bier? Ein Likörchen?
Alles konnte herbeigeschafft werden, alles wurde angeboten.
Fröhliche Unterhaltung inbegriffen.
Hauptsache, die Gäste waren zufrieden und glücklich.
Dafür gab sie alles. Manchmal dachte ich, fast noch mehr als das.
„Sie kann’s einfach nicht lassen!“

So musste ich schmunzeln, als ich diesen Satz genauso in der Bibel entdeckt habe.
„Wir können es einfach nicht lassen“, sagen auch Petrus und Johannes von sich. (Das Neue Testament, Apostelgeschichte, Kapitel 4, Vers 20)
Sie sollen aufhören, den Menschen von Jesus und seiner Auferstehung zu erzählen, verlangen die Machthabenden.
Sie sollen aufhören, die Leute von den gewohnten Pfaden zu locken, auf neue Gedanken zu bringen, ungewohnte Hoffnungen in ihnen zu wecken.
Das stört am Ende noch die Ordnung.
Dabei sagen Petrus und Johannes nur weiter, was sie selbst gesehen und gehört haben.
Was ihnen selbst neue Hoffnung und neue Begeisterung gebracht hat: Gott liebt uns. Er schenkt uns immer wieder die Möglichkeit neuanzufangen.
Das wollen sie teilen mit den anderen Menschen.
Sie können nicht anders, das muss einfach heraus!
„Wir können es einfach nicht lassen!“

Eine ganz andere Situation als die meiner Mutter, das stimmt.
Und doch gibt es Ähnlichkeiten.
Es ging ihr genau wie den Aposteln um das Wohlergehen von anderen.
Das vor allem irdische in ihrem Fall. Das eher himmlische im Fall der Apostel.
Und ich finde beides klasse. Und irgendwie gehört es sogar zusammen.
Das nicht lassen zu können ist doch ein großartiger Wesenszug:
Sich nach Kräften darum zu bemühen, dass es meinem Nächsten gut geht.

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