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Es kommt ein Schiff geladen
Bildquelle Pixabay

Es kommt ein Schiff geladen

Maike Westhelle
Ein Beitrag von

Maike Westhelle,

Evangelische Pfarrerin, Studienleitung am Studienhaus Marburg
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"Immer mehr Schwangere unter den Flüchtlingen“ – so lautete eine Schlagzeile.

Warum ist das eine Meldung wert, frage ich mich? Aber beim Lesen wurde es mir klar: Hier ereignet sich eine neue Katastrophe! In den Auffanglagern in Libyen wird gefoltert und vergewaltigt. Die frisch geschwängerten Frauen und die Opfer der Gewalt wollen nur noch von dort weg. Egal, wie hoch das Risiko ist!

Geflüchtete, auch Schwangere, viel zu viele auf überladenen Booten – das sind schreckliche Bilder. Erst recht, wenn die Boote tagelang umherirren, weil kein Land den eigenen Hafen öffnet. Das christliche Abendland schottet sich ab.

„Es kommt ein Schiff geladen, bis an sein höchsten Bord“. An dieses Adventslied muss ich dabei denken. Denn damals ist im Boot eine kostbare Fracht: „Es kommt ein Schiff geladen, bis an sein höchsten Bord. Trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort.“

Christus ist die Ladung, Maria das Boot – so malt es das Lied aus.

Und Maria war aus dem Nahen Osten. Genetisch und äußerlich mögen manche der Geflüchteten eng mit ihr verwandt sein.

Als Schwangere war sie mit Josef unterwegs. Die beiden waren auf Menschen angewiesen, die ihre Türen und Herzen öffnen.

Auch deshalb dürfen wir heute die Wege zu uns nicht dichtmachen. Es ist ein Verbrechen, Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Dieser Jesus, der mit dem Boot kam, hat gesagt:  „Ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen.“ Wer solches tut, kommt ins Reich Gottes.

Daran sollten wir denken, wenn wieder ein Schiff vollgeladen kommt.

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