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Eine gute Zeit: Zwischen den Jahren
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Eine gute Zeit: Zwischen den Jahren

Alexander Matschak
Ein Beitrag von

Alexander Matschak,

Medienkoordinator des Bistums Mainz
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Uff, es ist geschafft. Weihnachten ist vorbei. „Stille Nacht – heilige Nacht“ ist gesungen, die Weihnachtsgans verdaut, die Geschenke ausgepackt, die Verwandten besucht – sofern es bei Corona möglich war. Der Feiertagsstress ist also rum, Silvester und Neujahr noch ein paar Tage hin. Bitte nicht falsch verstehen: Ich mag Weihnachten wirklich sehr. Ich mag die Lieder und Gebete, die vielen schönen Rituale, die Vorfreude meiner Kinder. Aber wirklich zur Ruhe komme ich in diesen Tagen nicht. Deswegen freue ich mich auf die kommenden Tage. Denn es ist für meine Familie eine traditionell gemütliche und entspannte Zeit. Meine Kinder genießen in Ruhe ihre Geschenke.

Entschleunigung ist angesagt

Ich liege auf dem Sofa, betrachte unseren geschmückten Tannenbaum, lasse ein Räuchermännchen dampfen, lese in meinen neuen Büchern und höre Musik. Gehe gemeinsam mit meiner Frau durch die Weinberge bei Wiesbaden spazieren. Entschleunigung ist also angesagt.

Sie haben einen etwas eigentümlichen Namen, diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Denn sie werden ja gerne die „Zeit zwischen den Jahren“ genannt. „Zeit zwischen den Jahren“ – ich frage mich: Woher kommt wohl diese Bezeichnung?

 

Die verschiedenen Kalenderrechnungen

Dafür gibt es verschiedene Erklärungen. So wurde das Jahresende früher an Weihnachten gefeiert; der eigentliche Jahresbeginn aber war ein paar Tage später, nämlich der 6. Januar, der Dreikönigstag. Und die Tage dazwischen waren die „Zeit zwischen den Jahren“. Es hat aber auch mit verschiedenen Kalenderrechnungen zu tun: Nach der Einführung des gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhundert gab es jahrhundertelang unterschiedliche Zeitrechnungen, dadurch auch zwei Jahresenden – die Zeit dazwischen war die „Zeit zwischen den Jahren“. „Zwischen den Jahren“: das hat also etwas mit dem uneinheitlichen Neujahrsbeginn zu tun.

Ein wenig Kraft schöpfen..

Ich mag diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Denn sie sind für mich eine Zwischenzeit. Und es ist gut, dass es solche Zeiten gibt. Zeiten, in denen eben nicht viel passiert. Wo es draußen kalt und grau ist, so wie eben meistens Ende Dezember. Zeiten, in denen man – wie man so sagt – runterkommen kann. An denen ich einfach mal ohne große Verpflichtungen und Termine in den Tag hineinleben kann. Tage, an denen ich zurückblicke auf das vergangene Jahr. Daran denke, was gelungen ist, was weniger, ein bisschen Resümee ziehe. Tage, an denen ich aber auch ein wenig Kraft schöpfen für das, was im neuen Jahr schon wieder so alles ansteht.

"Zuflucht und Burg"

Und natürlich hoffe und bete ich, dass Gott auch im kommenden Jahr an meiner Seite steht. Ganz so wie es in Psalm 91 heißt: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt und ruht im Schatten des Allmächtigen. Der sagt zum Herrn: Du bist für mich Zuflucht und Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.“

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