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Dreitausend Kilometer für die Liebe
Bild: Urh Kocar/Pixabay

Dreitausend Kilometer für die Liebe

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Der Junge liebt seine Oma. Und kann sie nicht sehen. Er lebt auf Sizilien, die Oma in London. Wegen Corona gibt es keine Flüge. Aber der Junge liebt seine Oma, erzählt eine Zeitung (focus.de 19.10.20). Also beschließt Romeo, elf Jahre alt: Ich gehe zu Fuß zur Oma. Dreitausend Kilometer. Erst will er heimlich gehen. Dann spricht er doch mit seinem Vater. Der sagt: Ich gehe mit Dir. 93 Tage zu Fuß oder dem Fahrrad. Sie übernachten in Kirchen oder Gemeindehäusern. Als sie ankommen, müssen sie noch zwei Wochen in Quarantäne. Aber dann - dann gibt es bei Oma Umarmungen, Küsse und Kuchen

Die Liebe schafft alles, manchmal. Wenn sie so riesig ist wie bei Romeo. Sein Papa geht mit. Es gibt nichts, was sie hindert. Die Liebe ist größer. Sie geht über Stock und Stein.

Oft ist man verblüfft, was der Liebe alles gelingt. Menschen warten lange aufeinander, mehr oder weniger geduldig. Menschen suchen, helfen einander, räumen alles Mögliche aus dem Weg. Oder wandern Tausende von Kilometern, um die Oma zu umarmen. Nichts kann sie aufhalten. Wenn etwas im Leben zählt, dann die Liebe. Dieses Gottesgeschenk. Das Glück im Leben. Was immer wir tun oder lassen, hat auch mit Liebe zu tun. Die wir geben wollen. Oder bekommen wollen. Bei allem hoffen wir auf Liebe. Dass jemand uns achtet, uns wertschätzt, uns verzeiht - das alles ist Liebe. Sie wärmt unser Herz. Wie bei Romeo, elf Jahre. Er zeigt seine Liebe. Vielleicht, weil schon ein Kind fühlt: Mehr Sinn als Liebe im Leben geht einfach nicht.

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