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Advent heißt Hoffnung auf bessere Zeit
picture alliance empics | John Walton

Advent heißt Hoffnung auf bessere Zeit

Andrea Seeger
Ein Beitrag von

Andrea Seeger,

Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Moderation: Die Corona-Fallzahlen steigen, die Zahl der Schwerkranken auf Intensivstationen nimmt zu. Deutschland versinkt gerade in der vierten Welle der Corona-Pandemie. In Hessen gelten seit 24. November 2021 verschärfte Maßnahmen. Immer stärker ertönen die Rufe nach einer Impfpflicht, auch aus der Politik und den Kirchen. Das bricht diese Welle nicht, wäre aber ein gutes Rüstzeug im Blick auf weitere Wellen. Und ein Stück Hoffnung auf eine neue, eine bessere Zeit. Dafür steht der erste Advent.

Eine Krankenpflegerin war Impf-skeptisch

Für die Krankenpflegerin Lea-Justine Berle aus Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis stand fest: Eine Impfung kommt für sie nicht in Frage. Und das, obwohl sie in einem Altenheim arbeitet, das in der ersten und zweiten Welle der Pandemie 19 Bewohnerinnen und Bewohner an das Coronavirus verloren hat. "Wenn eine Zeit vergangen ist und keine gravierenden Nebenwirkungen auftreten, dann würde ich noch mal überlegen", sagte sie damals. Das war vor einem Jahr.

Wer sich informiert, kann seine Meinung zu Impfungen ändern

Lea-Justine Berle hat ihre Meinung geändert: "Mittlerweile kenne ich genug Leute, die sich haben impfen lassen, und keiner hatte irgendwelche Nebenwirkungen. Deshalb bin ich jetzt auch geimpft." Die Pandemie ist ein Prozess, in dem alle lernen - lernen müssen.

Eine Impf-Pflicht wird Leben retten

Viele Menschen, auch aus Politik und Kirchen, plädieren inzwischen für eine allgemeine Impfpflicht. Gesetzt hatten sie lange auf Einsicht: Ein größerer Teil der Bevölkerung wird überzeugt, wie nützlich die Impfung gegen schwere Krankheit und Tod ist. Der Erfolg ließ zu wünschen übrig. Jetzt drängt die Zeit. Jeder Tag dieser „Überzeugungsanstrengungen“ kostet mehr und mehr Menschen ihr Leben, sprengt die Leistungsgrenzen des Gesundheitswesens und lässt die dort Beschäftigten verzweifeln.

Christliche Freiheit

Freiheit mit christlicher Brille gesehen hat immer mit Gemeinschaft zu tun. Bei allem, was ich tue oder unterlasse, muss ich fragen: Was macht das mit dem anderen? Deshalb ist für mich das Impfen eine Christenpflicht – denn dadurch schütze ich nicht nur mich, sondern auch die anderen.

Die erste Kerze am Adventskranz als Zeichen der Hoffnung

Die erste Kerze am Adventskranz leuchtet morgen für mich als Zeichen der Hoffnung. Wir warten auf die Ankunft Jesu. Mit ihm bricht an Weihnachten eine neue Zeit an, er stellt die Verhältnisse auf den Kopf. Das fordert auch die Menschen auf – zu einer Haltung, die mutig ist, ehrlich, engagiert und – lernfähig. So wie es die Krankenpflegerin Lea-Justine Berle aus Gudensberg vorgemacht hat.

Der Bericht über Krankenpflegerin Lea-Justine Berle wurde auf www.hessenschau.de veröffentlicht am 24.11.2021. 

Das Foto zeigt eine Krankenpflegerin im Corona-Einsatz in London 2021 während einer kurzen Pause. 

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