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Du siehst mich
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Du siehst mich

Irmela Büttner
Ein Beitrag von

Irmela Büttner,

Evangelische Pfarrerin, Offenbach-Bieber
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Wenn ich mein Leben nach über sieben Monaten Corona anschaue, dann stelle ich fest: Meine sozialen Kontakte sind insgesamt schon zurückgegangen. Klar, man kann sich bereits seit einiger Zeit wieder mit Freunden und Familie treffen. Aber die großen Feste, die Abende an großen Tischen mit vielen Menschen, die sind alle dieses Jahr ausgefallen.

Ein Gedanke hilft

Ein Gedanke hat mir in der ersten Zeit von Corona besonders geholfen und hilft mir auch jetzt noch. Gerade dann, wenn ich die Lebendigkeit in meinem Leben vermisse, die nach wie vor nicht vollständig wieder da ist.

„Du siehst mich“

Der Gedanke kommt aus einem Bibelvers: „Du siehst mich“, steht darin. Ich habe eine Postkarte auf meinem Schreibtisch stehen mit diesem Satz. Die Wörter „Du siehst mich“ bilden gedruckt einen lächelnden Mund. Über dem Mund sind zwei schwarz-weiße Kulleraugen. Die restliche Karte ist orange.

Ich habe die Postkarte schon seit drei Jahren. „Du siehst mich“, das war das Motto des Evangelischen Kirchentages 2017. Aber der Spruch hat jetzt unter Corona eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Gott ist immer da

„Du siehst mich, Gott.“ Gott ist da, auch wenn ich alleine an meinem Schreibtisch sitze. Das bringt mich innerlich zum Lächeln. Es gibt mir positive Gedanken. Viele Treffen sind im Moment nicht möglich, aber ich fühle mich nicht allein. So kann ich die Krise leichter ertragen.

Krisen und schwere Zeiten sind irgendwann vorbei

Seit Corona empfinde ich das Gefühl der Einsamkeit in vielen Situationen viel stärker als vorher. Gleichzeitig aber auch entwickeln Bibelverse wie dieser eine viel stärkere Kraft. „Du siehst mich, Gott“ und dazu denke ich: Es ist vielleicht alles gar nicht so schlimm, wie es manchmal scheint. Es geht vorbei. Schwere Zeiten haben irgendwann ein Ende. Es geht zwar manchmal quälend langsam, aber: Gott sieht mich, auch jetzt, auch heute, das macht mich froh.

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