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Befiehl dem Herrn deinen Weg...
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Befiehl dem Herrn deinen Weg...

Pater Andreas Meyer
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Pater Andreas Meyer

Entscheidungen können manchmal unheimlich schwer sein. Besonders dann, wenn mit einer Entscheidung ganz viel Veränderungen verbunden sind. Das habe ich vor einiger Zeit selbst erfahren: mir wurde eine neue Stelle angeboten. Die fand ich unheimlich reizvoll. Eine richtige Herausforderung, weil ich ganz andere Aufgaben übernehmen sollte als ich es bisher gewohnt war. Ich müsste mich auf neue Mitarbeiter einstellen und einlassen. „Ob ich mir das zutraue?“ habe ich mich gefragt.

Um die Entscheidung treffen zu können, habe ich erst einmal die verschiedenen Aspekte aufgeschrieben: was ich an der Aufgabe interessant finde; was mich anzieht und was mich eher abschreckt. Traue ich mir zu, mit einem ganz neuen Team zusammen zu arbeiten? Kann ich mir einen Wohnortwechsel vorstellen oder bin ich dort, wo ich lebe, zu fest verbunden? Und neben den Gedanken habe ich auch immer wieder auf das sprichwörtliche „Gefühl in der Magengegend“ geachtet. Das hat mich einige Wochen beschäftigt. Damit ich nicht nur in meinen eigenen Gedanken hängen bleibe, habe ich immer wieder mit einem Begleiter darüber gesprochen. Der hat nachdenkliche Fragen gestellt, die mir wieder weitergeholfen haben.

Aber dann war ich mir sicher: Ich kann es wagen. Also habe ich mich beworben. Und dann musste ich auf die Entscheidung warten. Dass da andere über mich und meinen Wunsch – und damit über mich und meinen Weg – entscheiden, das hat mich noch einmal verunsichert und beschäftigt.

An dieser Stelle hat mir mein Begleiter sehr geholfen. „Versuch doch mal, diesen Entscheidungsprozess geistlich zu sehen,“ hat er gemeint. Ich habe etwas ratlos geschaut, darum hat er noch dazu gesagt: „Wenn Gott will, dass du den Weg gehst, dann wird der dir ja auch dabei helfen.“ Auf den ersten Blick klingt das recht fromm. Und das ist nicht so meine Art. Aber mir ist dann gleich ein Satz aus der Bibel, aus dem Psalm 37 eingefallen: „ Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm, er wird es fügen.“ (Psalm 37,5) Das hat mich überzeugt.

Der Satz ist mir dann nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich habe ihn immer wieder für mich gesprochen. Mir hat das in dieser Zeit der Entscheidung geholfen: darauf zu vertrauen, dass Gott mithilft. Ich hab alles getan, was ich konnte – und er wird es nun schon so fügen, wie es gut für mich ist.

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