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Volkmarsen: Helfende Hände in Krisensituationen
Bildquelle: Kirchengemeinde St. Marien

Volkmarsen: Helfende Hände in Krisensituationen

Steffen Jahn
Ein Beitrag von Steffen Jahn, Referent für Weltkirche, Bischöfliches Generalvikariat Fulda
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Moderator/in:Das sollte gestern ein fröhlicher Rosenmontag für alle Hessen werden. Doch dann kam’s anders. Sie haben’s ja bestimmt mitbekommen hier bei uns in hr3. Die schreckliche Tat in Volkmarsen, in Nordhessen. Zur Stunde findet dort ein öku-menischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Marien statt. Dabei sind auch der Fuldaer Bischof Michael Gerber und Bischöfin Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck.
Steffen Jahn von der Katholischen Kirche, warum sind solche Gottesdienste genau jetzt so wichtig?

Ich glaube, nach solchen Vorfällen einen großen Bedarf an „Gemeinschaft“. Um sich auszutauschen, das Erlebte zu verarbeiten und sich auch untereinander Mut zu machen und sich zu unterstützen. Aber auch das Angebot mal Stille zu finden, ein Gebet zu sprechen oder einfach eine Kerze anzustecken und dabei an jeman-den denken, ist eine wichtige Sache. Die Kirchen bieten diesen Raum. Und die Be-troffenen spüren, das sie nicht allein gelassen werden mit ihrer Angst und ihren Sorgen. Das hilft in solchen Situationen dann schon sehr.

Du hast ja heute auch mit der Kirchengemeinde vor Ort schon gesprochen. Was war da gestern und auch heute los in der Gemeinde?

Ja, genau, ich konnte heute Mittag mit einer Mitarbeiterin im Pfarrbüro sprechen. Sie hat erzählt, dass die Stadt und die beiden Kirchen gestern sehr schnell reagieren konnten. Und sie hat mir erzählt, dass alle Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz sind. Im Rathaus wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet und im katholischen Gemeindezentrum gibt es Gesprächsangebote mit speziell ausgebildeten Not-fallseelsorgern.  Die Kollegen haben heute schon viele Gespräche geführt und konnte Angehörigen und auch Menschen, die das gestern erlebt haben, zur Seite stehen.

Die Kirchen versuchen zu unterstützen bei der Betreuung der Betroffenen. Welche Rolle spielen denn Notfallseelsorger in solchen Momenten?

Notfallseelsorger sind schnell zur Stelle. Die Frauen und Männer sind speziell für Unfälle und Krisen ausgebildet. Im Auftrag der christlichen Kirchen beraten und stützen die Opfer und Angehörigen - aber auch z.B. die Helfer, die ja auch die gan-zen schrecklichen Bilder gesehen und im Kopf haben. Auch die brauchen Beistand und jemanden, mit dem sie sich austauschen können. Nach dem Gottesdienst, der gerade läuft, gibt’s übrigens auch noch ein spezielles Angebot für Jugendliche. Denn auch da können die Notfallseelsorger noch mal eine große Stütze sein.
In jedem Fall gilt ein großer Dank, all denjenigen die da gerade im Einsatz sind. Die Leute machen einen großartigen Job.

 

 

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