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So muss ja immer was sein….
Bild: kalhh/Pixabay

So muss ja immer was sein….

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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„So muss ja immer ‚was sein“. Sagte meine Mutter, wenn etwas Unvorhergesehenes geschah. Wenn ihre Pläne durchkreuzt wurden. Es anders kam als erwünscht. „So muss ja immer was sein“. Bei ihr klang das irgendwie gelassen.

Wir und unsere Kinder haben den Spruch übernommen. Läuft etwas quer, geht etwas schief – dann heißt es: "Ja, ja, so muss ja immer was sein." In Anspielung auf die Oma.

"So muss ja immer was sein". Das ist wie: "Erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt." Eine Erfahrung. Das Leben ist eigenwillig. Verhindert mein Vorhaben. Spielt meinen Planungen so manchen Streich.

"So muss ja immer was sein". Das ist die Erfahrung und Erkenntnis: Ich habe mein Leben nicht in der Hand. Ich kann nicht über alles verfügen. Ich bin nicht Herr des Geschehens. Nicht immer. Auch wenn ich mir das einbilde. Oder gerne hätte.

Mit einem Bild drückt die Bibel genau das so aus: "Der Mensch wirft das Los, aber es fällt, wie der Herr will." (Sprüche 16,33) Der Mensch – ich – plane, mache, tue. Werfe das Los. Doch wie es kommt, steht in Gottes Hand. Das ist nicht leicht zu akzeptieren. Gerade dann, wenn das Los so fällt, dass es mir weh tut. Alles auf den Kopf stellt. Wenn Gottes Gedanken nicht meine Gedanken sind.

Aushalten, vielleicht sogar annehmen kann ich Gottes Wege mit mir, wenn ich Eines glauben kann: Gott meint es gut mit mir. Auch wenn das Los anders fällt als erhofft. "So muss ja immer was sein". Stimmt. Aber am Ende meint Gott es gut. Ich denke, meine Mutter hat so geglaubt. Und ich tue es auch.

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