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Licht ein Zeichen für das Leben
Bild: Hermann Kollinger/Pixabay

Licht ein Zeichen für das Leben

Karl Waldeck
Ein Beitrag von

Karl Waldeck,

Direktor Evangelische Akademie, Hofgeismar
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Heute ist Mittwoch – in einer Woche, die besonders ist: Sie verbindet zwei Sonntage, die von ihrem Charakter und von ihrer Stimmung kaum unterschiedlicher sein können.

Ewigkeitssonntag und 1. Advent. Sie mögen noch so unterschiedlich sein; es gibt Dinge, die sie miteinander verbinden. Dinge aus der Natur – wie das Licht. Das gilt zunächst für den Ewigkeitssonntag: Es gibt den Brauch, in Erinnerung an die Toten ein Kerzenlicht auf den Gräbern anzuzünden. „Und das ewige Licht leuchte ihnen“, heißt es in einem Gebet für die Verstorbenen im Trauergottesdienst. Es ist die Bitte an Gott, dass wir auch in unserer letzten Stunde und über die Schwelle des Todes hinaus nicht in hoffnungslose Finsternis fallen und alles im Dunkeln enden möge.

Der Advent setzt mit den Lichtern am Adventskranz noch einen anderen Akzent. Jede Kerze, die neu entzündet wird, spricht davon: Weihnachten kommt näher. Schließlich werden am Weihnachtsbaum viele Kerzen brennen. Doch es geht bei diesen Lichtern nicht um die Fülle. Die Adventszeit erinnert daran, dass in einer Nacht ein kleines Kind unter prekären Bedingungen zur Welt kommt: ohne feste Behausung, ein göttliches Kind unter schlichtesten irdischen Verhältnissen. Eine Welt, die zu Jesu Zeit ähnlich finster erscheinen musste, wie vieles im Jahr 2020: Frieden und Gerechtigkeit – in weiter Ferne.

Kleine Lichter an den Gräbern. Und dann jede Woche ein Licht mehr auf dem Adventskranz. Zu Weihnachten, in der Christnacht, wenn die Adventszeit ihr Ziel erreicht hat, scheint dann ein großes Licht. Das Licht war der erste Schöpfungsakt Gottes – gegen Chaos und Finsternis. In der Heiligen Nacht scheint das Licht, weil ein Kind geboren wird, das die Welt erhellen soll, dass Frieden und Liebe verkündigt – und selbst auch lebt. Als Erwachsener wird Jesus von sich sagen: „Ich bin das Licht der Welt“. Wer ihm und seiner Botschaft nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis verloren gehen, sondern hat Orientierung für das Leben. Jesus ist das Licht der Welt; und wir, so sagt er, können und sollen es auch sein. Wir sollen Licht in diese Welt bringen, einander Licht, Orientierung und Wärme geben. Daran denke ich und darauf vertraue ich, wenn ich eine Kerze anzünde – im letzten Monat an Gräbern und am kommenden Sonntag am Adventskranz.

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