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Glocken läuten
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Glocken läuten

Pater Andreas Meyer
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Pater Andreas Meyer

Schon als Kind habe ich eine Gänsehaut gekriegt, wenn ich besonders viele Glocken läuten gehört habe. Darum kann ich es gut verstehen, wenn am Vorabend zum 1. Advent Menschen extra nach Frankfurt fahren. Dann läuten von 17.00 Uhr bis 17.30 Uhr die Glocken der Innenstadtkirchen und stimmen festlich auf die Adventszeit ein.

Am vergangenen Freitag haben in ganz Deutschland von 18.00 Uhr bis 18.15 Uhr Glocken geläutet. Anlass war der Internationale Friedenstag. Mehr als 200 evangelische und katholische Kirchengemeinden haben sich an dieser Aktion beteiligt. Das Glockenläuten hat zum Gebet um Frieden in den einzelnen Kirchen eingeladen. Wenn ich mir den Klang der vielen tausenden Glocken vorstelle, bekomme ich auch eine Gänsehaut.

Dieses Mal hat das Glockenläuten eine ganz besondere Botschaft transportiert: Wir wollen uns für den Frieden in dieser Welt einsetzen. Dass sich zum Friedensgebet Menschen aus allen christlichen Kirchen versammelt haben, das ist ein starkes Zeichen für den Frieden. Denn lange haben auch christlichen Gemeinden in Feindschaft gelebt.

An vielen Orten sind nach dem gemeinsamen Beten die Menschen noch zusammen geblieben, haben Brot und Wein miteinander geteilt. Sie haben sich kennengelernt und sind miteinander ins Gespräch gekommen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Frieden. Wenn ich weiß, wer der Mensch ist, mit dem ich spreche, dann habe ich eine Verbindung mit ihm. Ich kann verstehen, was ihn bewegt. Ich erfahre, was ihm wichtig ist, vielleicht, was ihm schwer fällt. Das sind alles Hilfen, um einen gemeinsamen Weg des Friedens zu gehen.

Und ich habe die Hoffnung, dass solche Begegnungen wie am letzten Freitag weiter wirken: dass Menschen, die sich fremd sind, einander zuhören; dass sie aufmerksam werden, was den anderen Freude macht oder was ihn belastet.
Vielleicht erinnert das Läuten der Glocken zukünftig an anderen Tagen ja auch daran, sich auf den Weg des Friedens zu machen.

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