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Gewalt gegen Frauen
Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Gewalt gegen Frauen

Kurt Grützner
Ein Beitrag von

Kurt Grützner,

Landespolizeipfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel
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Gewalt gegen Frauen. Eigentlich unfassbar, dass es das in der zivilisierten Welt heute noch gibt. In meinem Dienst als Polizeipfarrer habe ich davon Einiges mitbekommen. Es gibt sie. Auch in unseren Häusern.

Die UNO hat darum in einer Resolution (54/134) den 25. November als weltweiten "Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" ausgerufen. Das ist heute.

Anlass des Gedenktages war der gewaltsame Tod dreier Schwestern am 25. November 1960. Sie hießen Patria, Minerva und Marie-Teresia Mirabel. Gemeinsam mit ihren Männern kämpften sie gegen den damaligen Diktator in der Dominikanischen Republik. Sie wurden aus politischen Gründen ermordet.

Die Gewalt gegen Elke, Sabine, Carola – einige beliebige Namen – in Deutschland sieht anders aus. Sie geschieht meistens hinter verschlossenen Wohnungstüren.
Diese Frauen leiden und haben doch keinen Mut ihre Männer anzuzeigen, oder wenn sie es getan haben, nehmen sie ihre Anzeige zurück. Der Gesetzgeber hat reagiert: Seit 2004 ist häusliche Gewalt ein Offizialdelikt. Das heißt: Es muss von Amtswegen angezeigt werden. Das war ein großer Schritt voran. Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Sie leiden weiter.

Was kann man tun, dass Männer ihre Frauen nicht schlagen? Viele Wissenschaften suchen danach. Es gibt viele praktische Hilfsangebote – auch der Kirchen. Als Theologe will ich daran erinnern, wie Gott es eigentlich gemeint hatte, mit den Männern und den Frauen: "Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht." lese ich in der Schöpfungsgeschichte (1Mo 2,18). Ein gleichberechtigtes Gegenüber. Und von Jesus wissen wir, dass er Frauen immer respekt- und liebevoll begegnete und sich für ihre Rechte eingesetzt hat.

Gewalt gegen Frauen geht nicht. Punkt. Wo sie geschieht, müssen wir Ihnen helfen.

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