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Alle Kraft für Versöhnung
Bild: Franz W./Pixabay

Alle Kraft für Versöhnung

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Ein Landwirt bestellt sein Feld. Plötzlich sieht er einen großen Stein; sein Traktor kommt nicht weiter. Kurzerhand schiebt er den Stein mit dem Traktor einige Meter zur Seite, erzählt eine Zeitung (focus.de). Was er nicht weiß: er hat einen Grenzstein verschoben. Nicht irgendeinen, sondern einen zwischen Frankreich und Belgien. Der Stein steht da seit zweihundert Jahren. Der Landwirt hat Frankreich größer und  Belgien kleiner gemacht.

Ein Bürgermeister ist erst empört. Dann aber lacht er und sagt: „Früher hätte es wohl Krieg gegeben; heute lösen wir das friedlich“. Der Landwirt wird gebeten, die Sache bald in Ordnung zu bringen.

Wenn es doch überall so wäre. Wenn doch immer der Geist des Friedens herrschen würde. Selig sind, die Frieden stiften, sagt Jesus (Matth. 5,9). Selig sind nicht die Steinewerfer, die Hassenden oder die, die Raketen abfeuern. Das sieht stark aus, kraftvoll. Die Wut sucht sich einen Weg.

Aber - dieser Weg ist keiner. Niemals wurde mit Krieg oder Gewalt Frieden gestiftet; und wenn, hielt er nicht lange. In der Welt nicht; in Familien und Nachbarschaft auch nicht. Es hat einfach keinen Sinn, bittere Worte oder gar Gewalt zu benutzen. Immer wieder müssen wir uns das ins Herz schreiben und laut vorsagen: Es hat keinen Sinn. Sinn verspricht nur ein Geist des Friedens. Selig sind, die Frieden stiften - das ist die reine Wahrheit. Wir brauchen Phantasie für friedliche Wege. Bei uns Zuhause und in der Welt. Alle Kraft für Versöhnung. Das ist der Weg, dem Gott seinen Segen verspricht.

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