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#unteilbar - Großdemonstration  in Dresden
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#unteilbar - Großdemonstration in Dresden

Johannes Meier
Ein Beitrag von

Johannes Meier,

Evangelischer Pfarrer und Journalist, Kassel
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Moderator/Moderatorin: Aus dem Studio senden wir jetzt mal herzliche Morgengrüße an alle Hessen, die jetzt im Bus, im Auto oder im Zug auf dem Weg nach Dresden sitzen! Das dürften mehr als sonst an einem Samstagmorgen sein, denn heute hat das Bündnis #unteilbar zu einer erneuten Groß-Demo in der Elbmetropole aufgerufen. Vor knapp einem Jahr gingen schon einmal rund eine Viertelmillion Menschen unter dem Motto „Solidarität statt Ausgrenzung“ in Berlin auf die Straße, in Dresden könnten es heute Nachmittag fast genauso viele werden. Auch Pfarrer Johannes Meier will sich gleich in Kassel ins Auto setzen und losfahren...

Genau, in spätestens anderthalb Stunden will ich heute morgen auf der Autobahn sein, denn um 13 Uhr findet mitten in Dresden die Auftaktkundgebung statt und dann wird sich ein hoffentlich riesengroßer Demo-Zug langsam in Bewegung setzen – und Flagge zeigen. Die Freundin, die ich unterwegs noch aufgabele, wird ihre Regenbogen-Fahne mit der großen Aufschrift PACE schwenken. Ein typisches Symbol der Friedensbewegung. Sie wird nicht die einzige sein.

Vor knapp einem Jahr war ich auch schon auf der letzten unteilbar-Demo in Berlin. 250.000 Menschen zogen damals vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor, um für eine offene und freie Gesellschaft zu demonstrieren: „Solidarität statt Ausgrenzung“, das ist auch heute wieder das Motto der bundesweiten Großdemo in Dresden. Ein breites Bündnis von Organisationen und Verbänden der Zivilgesellschaft sowie viele Prominente aus Kunst, Kultur, Politik und Kirchen haben dazu aufgerufen. Nicht zufällig geht es diesmal in die Elbmetropole: In Sachsen wird Sonntag in einer Woche ein neuer Landtag gewählt. Laut letzter Umfragen liefern sich CDU und AfD ein Kopf an Kopf rennen. Und Dresden, das ist natürlich auch die Stadt von PEGIDA.

Die Demo heute aber dürfte ganz anders aussehen. Ich freue mich auf den bunten Haufen, der hoffentlich für positive Nachrichtenbilder aus Dresden sorgen wird. Es geht dabei nicht um eine verklärte Multikulti-Romantik, sondern um ein gelingendes Miteinander: zwischen unterschiedlichen Meinungen, Religionen, Geschlechtern, Hautfarben und Generationen. Das mag zwar manchmal anstrengend sein, aber diese Vielfalt ist der Mühe wert.

„Solidarität statt Ausgrenzung“ – das war ja auch schon das Motto von Jesus: unermüdlich suchte er das Gespräch mit Andersdenkenden und trat für ein Miteinander in Vielfalt ein. Er diskutierte mit dem Establishment und setzte sich zugleich mit Ausgegrenzten an einen Tisch. Er wandte sich Kindern genauso wie Alten zu. Er zeigte Wege auf, wie Reiche und Arme miteinander auskommen können.

Wer heute das „Christliche Abendland“ durch Abschottung verteidigen will, hat nichts von Jesu Botschaft begriffen: Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zur Ehre Gottes. – Kurz und auf den Punkt wie eine Twitter-Message ist dieser Satz aus der Bibel. Der Hashtag-#unteilbar passt prima dazu.

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