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Sie hat einfach nur gelacht
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Sie hat einfach nur gelacht

Johanna Fröhlich
Ein Beitrag von

Johanna Fröhlich,

Evangelische Pfarrerin, Vielbrunn/Odenwald
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Ich kenne eine Frau, mit der ich gut reden kann. Sie hat mir als Beraterin einmal sehr geholfen. Es ist ihr Beruf, Menschen zur Seite zu stehen. Das habe ich gebraucht. Ich war in einer Sackgasse und habe nach Wegweisung gesucht. Ich habe mir gewünscht: Jemand soll mir sagen, was ich machen soll. Was ich als Nächstes tun soll. Wie es weiter geht.

Aber das hat sie nicht gemacht. Sie hat mir nicht gesagt, wo es lang gehen soll. Sie hat eigentlich gar nicht viel gesagt. Meistens hab ich geredet. Und stundenlang erzählt. Manchmal, wenn ich ihr von meinen Sorgen erzählt hab, hat sie einfach gelacht. Das hat mir sehr geholfen. Sie hat nicht über mich gelacht. Sie hat irgendwie meine Sorgen ausgelacht. Ich hab dann gemerkt: Ich hatte mich in meinen Gedanken verrannt. Ich musste dann auch lachen. Plötzlich konnte ich mein Thema von einer ganz anderen Seite sehen. Die Sorgen, die erst bedrohlich waren, wurden harmlos. Schon beim Lachen habe ich auf einmal gewusst, was jetzt zu tun ist.

Lachen im richtigen Moment

Ich habe erfahren: Ich kann meine Sorgen nicht alleine lösen. Ich brauche jemand anderen, der mit mir spricht. Ein Gegenüber, das zuhört. Eine Gesprächspartnerin, die im richtigen Moment lacht.

Ich glaube fest daran: Jeder Mensch braucht ein Gegenüber. Jemanden, der eine andere Sicht der Dinge hat. Dieses Gegenüber finde ich in manchen Menschen. Und auch in Gott. Ein Gesprächspartner der anderen Art. Wenn ich bete, rede ich mit Gott. Dann sagt Gott eigentlich nicht viel. Meistens rede ich. Aber manchmal passiert es mir auch da, dass ich dann lachen muss und spüre, wie Gott mir eine andere Sicht auf meine Sorgen schenkt.

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