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Licht unter den Scheffel stellen
Bild: Goumbik/Pixabay

Licht unter den Scheffel stellen

Kurt Grützner
Ein Beitrag von

Kurt Grützner,

Landespolizeipfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel
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"Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen." Um diesen Spruch zu verstehen, muss man nicht unbedingt wissen, was ein Scheffel ist. Klar ist: wenn man ein Licht anzündet, soll das leuchten, und nicht irgendwo unter einem Behälter also Scheffel- gestellt werden.

Das Sprichwort stammt aus der Bibel: Jesus hat es gebraucht. Er hat mit diesen Worten Menschen ermutigt, seine Botschaft von Gottes Liebe hell leuchten zu lassen. Davon zu erzählen und nicht -aus Angst– zu verschweigen. (Mk. 4, 21)

Wir gebrauchen heute das Sprichwort, vor allem, um Schüchternen Mut zu machen. Sie sollen ruhig zeigen, was sie können. Von mir selber weiß ich: das kann ermutigend sein. Besonders wenn ich so meine Zweifel habe, ob es reicht, was ich tue.

Aber ich kenne auch die anderen: Die gehen von vornherein davon aus, dass sie eh die Größten und Besten sind. Ihr Licht leuchtet sowieso! Ihnen gegenüber fühlen sich viele klein. Die brauchen diese Ermutigung nicht. Angeber hießen die früher.

Stell dein Licht nicht unter den Scheffel.
Das wird auch der Kirche zur Zeit empfohlen. Sie sollen sich mit eindrücklichen Videos und Aktionen performen. -Also sich besser präsentieren.

Doch geht es allein um das bessere Präsentieren? Die Performance? Ja: geht es auch. Aber es geht vor allem darum, genauer hinzuhören, was die Menschen bedrückt, belastet, ängstigt. Und was ihre Träume und Hoffnungen sind.

Dazu hat der Glaube etwas zu sagen: Gott hört unsere Klagen und Bitten. Und es gibt Menschen in der Kirche, mit denen kann man darüber reden. Dieses Licht brauchen und sollen wir nicht unter den Scheffel stellen. Die Welt braucht es dringender denn je. Die Kirchen müssen lernen, es so zu tun, dass es ankommt.

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