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Heiligabend
Bildquelle pixabay

Heiligabend

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel
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Kennen Sie diesen verrückten Weihnachtsfilm um Nora und Luther Krank, die beschließen, Weihnachten ausfallen zu lassen? Ihre Tochter Blaire wird zum ersten Mal über die Feiertage nicht nach Hause kommen. Also verzichten sie auf jegliche Dekoration. Sie kaufen keine Geschenke, bereiten kein Festtagsmenü vor und stoßen die gesamte Nachbarschaft vor den Kopf, weil sie mit den üblichen Traditionen brechen. Als sich Blaire dann doch ankündigt, bleiben Nora und Luther nur noch wenige Stunden, um ein Weihnachtsfest zu organisieren. Ihre Rettung sind die Nachbarn: In der Not halten sie zusammen. Sie bringen Essen, Getränke und einen Weihnachtsbaum mit. Die, die sich eben noch in den Haaren lagen, schließen Frieden und feiern zusammen. Sie sind sich einig: So schön war es noch nie.

Heiligabend ist kein Tag wie jeder andere. Ihn ausfallen zu lassen, käme mir nicht in den Sinn. Worauf ich am wenigsten verzichten könnte? Auf den Gottesdienst und das, was damit verbunden ist: der wunderbar geschmückte Weihnachtsbaum, die vielen Kerzen, die Krippe. Alles ist vertraut und gleichsam besonders: die Lieder, Gebete, die Geschichte von Maria und Josef. Und obwohl ich sie in und auswendig kenne, lausche ich andächtig der uralten Erzählung, als hörte ich sie zum ersten Mal. Die beschwerliche Reise der beiden. Maria, die hochschwanger ist. Die Ankunft in Bethlehem und nirgends ein Platz für die Nacht. In einem Stall kommen sie schließlich unter und Jesus in einer ärmlichen Krippe zur Welt. In diesem Kind wird Gott selbst Mensch, um uns nahe zu sein. Das feiern wir heute. Bei Kerzenschein stimmen wir „O, du fröhliche“ an und singen von der Weihnachtszeit, die Gnade und Versöhnung bringt. Da ist er, verlässlich, jedes Jahr, der Zauber dieses Abends: Ich spüre den Frieden, den Gott schenkt und die Verbundenheit mit denen, die neben mir stehen und singen.

Der 24. Dezember ist ein besonderer Tag. Er endet, wie nur ein Tag des Jahres enden kann: In der heiligen Nacht, in der sich Gott uns zum Geschenk macht.
 

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