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Frauenfriedenskirche: ein steingewordenes Friedensgebet

Frauenfriedenskirche: ein steingewordenes Friedensgebet

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt
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In Frankfurt, im Stadtteil Bockenheim, steht die Frauenfriedenskirche. 1929 wurde sie eingeweiht, und gerade ist sie wieder neu eröffnet worden, nach drei Jahren aufwändiger Restaurierung. Man hat die alten Farben wiederhergestellt, es ist jetzt sehr bunt in der Kirche und wunderschön.

Hedwig Dransfeld hätte sicher ihre Freude daran. Sie ist nämlich die Ideengeberin für die Frauenfriedenskirche: 1916, mitten im ersten Weltkrieg, wollte sie mit dieser Kirche nicht nur an die Gefallenen erinnern. Die Kirche sollte ein „steingewordenes Friedensgebet“ sein, so hat sie es gesagt, ein „feierliches Gelöbnis deutscher Katholikinnen, am geistigen Friedensaufbau Europas mitzuwirken“. Heute wäre Hedwig Dransfeld 150 Jahre alt geworden. Sie war eine bemerkenswerte Frau, finde ich. Ihre Eltern starben früh, und so kam sie in ein Waisenhaus. Dort hat man gemerkt: Sie war ziemlich schlau. Sie hat eine Ausbildung zur Lehrerin gemacht, 1890 bestand sie das Examen mit Auszeichnung. Und das, obwohl sie während der Ausbildung an Knochentuberkulose erkrankt war und ihren rechten Arm verloren hatte.

Und als Frauen 1908 endlich auch an Universitäten studieren konnten, studierte sie Kulturwissenschaften. Sie war schriftstellerisch tätig. Sie gründete den katholischen deutschen Frauenbund mit und leitete dessen Zeitschrift „Die christliche Frau“. Seit 1912 war sie auch Vorsitzende dieses Frauenbundes. Unter ihrer Leitung wurde er sehr politisch und setzte sich unter anderem für das Frauenwahlrecht ein. Sie zog als eine der ersten Frauen in den Reichstag ein. Sie setzte sich dort vor allem für die Sozialgesetzgebung ein und die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen. Und sie war in der Frauenfriedensbewegung aktiv. So entstand auch die Idee zu der Frauenfriedenskirche in Frankfurt.

Ich finde es toll, dass es solche Frauen gegeben hat. Sie haben uns Frauen von heute den Weg geebnet. Sie haben viele Dinge erkämpft, wie das Wahlrecht von Frauen, was für uns heute selbstverständlich ist. Und sie haben sich für den Frieden eingesetzt, auch oder gerade mitten im Krieg. Und auch wenn wir hier in Deutschland schon lange im Frieden leben: Ein Mahnmal für den Frieden, wie die Frauenfriedenskirche, ist immer wichtig und aktuell! 

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