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Fotografieren verboten
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Fotografieren verboten

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg
Ein Beitrag von

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg,

Evangelischer Pfarrer, Issigheim / Bruchköbel
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„Dürfen wir denn fotografieren oder filmen?“ immer wieder ist das eine Frage vor Taufen oder Trauungen oder auch bei der Konfirmation. „Klar, dem Heiligen Geist macht das nichts aus“, antworte ich dann, „Aber lassen Sie uns das so organisieren, dass es Ihnen auch nichts ausmacht.“
Was ich damit meine?
Wer heute als Zuschauer im Konzert oder bei einer Kulturveranstaltung ist, der sieht häufig statt einer Vorführung gleich vier oder fünf: Eine vorne auf der Bühne und die anderen in den Displays der hochgereckten Handys vor ihm. Einfach nur zuschauen wird schwierig.
Wohl auch für die, die da so fleißig filmen.
Mitfilmen statt mitfeiern heißt es für manchen heutzutage. Sei es im Konzert, bei der Theatervorführung der Kinder oder im Gottesdienst.
Manch einer scheint erst dann richtig dabei gewesen zu sein, wenn er alles aufgenommen hat. Am besten noch mit sofortigem Hochladen auf Facebook oder Twitter.
Der Psychologe Alfred Gebert sagt dazu: „Das selbst gemachte Video gibt das besondere Gefühl: „Das ist meins, das habe ich gemacht.“ So, als wäre man im Geheimen der Regisseur oder selbst ein Künstler. Dahinter steht, dass alle wissen sollen, wie toll wir sind.“
Von der eigentlichen Veranstaltung bekommt man dann nur leider vor lauter Fotografieren und Filmen nicht mehr so viel mit.
Deshalb darf bei uns in den Gottesdiensten zwar gerne gefilmt und fotografiert werden, aber es soll nur einer machen. Und auf Youtube muss er das auch nicht stellen. Für andere wird es ohnehin nicht so wirken, wie es live gewesen ist. Und er soll es dezent tun, damit sich keiner beobachtet fühlt, weder Täufling noch Brautpaar oder Konfirmand.
Die können dann befreit mitfeiern und sich mit wichtigeren Dingen beschäftigen, als mit der Frage, ob sie gerade toll dastehen. Sie können ganz abtauchen in den Moment. Den Heiligen Geist freut’ s.

 

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