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Ein bisschen Himmel geht immer
Bild: Dimitris Vetsikas/Pixabay

Ein bisschen Himmel geht immer

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Es muss jetzt einfach Hoffnung geben. Und es gibt Hoffnung, mitten im düsteren November - in diesen strengen Wochen, in denen viele sich oft wie gelähmt fühlen. Zweimal kommt die Hoffnung jetzt zu uns. Eine Psychologin (focus.de 17.11.2020) sagt vor ein paar Tagen in einem Interview: Hoffen heißt, nicht nur auf das zu schauen, was uns fehlt oder was nicht erlaubt ist. Wir sollten mehr auf das schauen und das pflegen, was wir können - mit unseren Kräften. Wir können die Wohnung schmücken für den Advent, wir können schöne Filme sehen oder Bücher lesen; wir können mit Menschen telefonieren; können spielen und kochen, reden und spazieren gehen. Wir können so viel, sagt die Psychologin, was uns hoffen lässt.

So ähnlich sagt es der Apostel Paulus: Hoffnung kommt, wenn wir geduldig bleiben mit unseren kleinen Kräften. Wir sind nicht ausgeliefert, wir können mehr, als wir oft befürchten. Hoffnung lässt nicht zuschanden werden, schreibt der Apostel und meint, dass wir oft stärker sind, als wir meinen. Wir sind nicht machtlos, wenn uns die Zeit hart zusetzt.

Das zeigt gestern ein Kind seiner Mutter. Beide eilen durch die Straßen und kaufen ein. Auf einmal fängt das Kind an und hüpft auf den Steinplatten; spielt dieses „Himmel und Hölle“. Komm jetzt, sagt die Mutter ungeduldig. Aber das Kind hüpft weiter und sagt: Nur einmal noch kurz in den Himmel. Da lacht die Mutter und sagt: Du hast ja Recht. Da ist sie, die Hoffnung. Sie sagt: Tu jetzt das, was dich froh macht. Ein bisschen Himmel geht immer.

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