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Alles hat seine Zeit – auch Weihnachtsmärkte und Totengedenken
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Alles hat seine Zeit – auch Weihnachtsmärkte und Totengedenken

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt
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Nur noch eine Woche -  und dann ist endlich der November vorbei. Ich freu mich drauf! Denn den November, der bedeutet für mich: Der Sommer ist endgültig vorbei, es wird kalt und ungemütlich draußen, ich muss oft tagsüber das Licht anschalten. Und dann auch noch die ganzen Feiertage im November: Allerheiligen und Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag. Allesamt erinnern sie ans Sterben, an unsere Vergänglichkeit. Da muss man ja traurig werden. Deshalb kann ich es kaum erwarten, dass endlich der Advent kommt, die Zeit der Hoffnung und Vorfreude auf Weihnachten. Und dann spielen die Kerzen die Hauptrolle bei mir zu hause. Sie bringen im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel.

Deshalb kann ich auch gut verstehen, dass alle ganz heiß auf Weihnachtsmarkt sind. Denn auch der Weihnachtsmarkt, und vor allem der Frankfurter, gehören für mich unbedingt zum Advent dazu. Aber: Der Markt gehört für mich eben zum Advent und nicht schon zu den Tagen davor, zum November und zum Totengedenken. „Alles hat seine Zeit“, das sagt schon die Bibel an einer ziemlich berühmten Stelle. Alles hat seine Zeit, heißt es da, es gibt eine Zeit zum Sterben und eine Zeit zum Gebären, eine Zeit des Klagens und eine Zeit des Tanzens. (vgl. Kohelet 3,1.4)

Auch wenn der November manchmal schwer auszuhalten ist für mich: Ich will mich auch der dunklen Zeit und den dunklen Seiten des Lebens stellen, ich will mich auch an meine Vergänglichkeit erinnern und  an meine toten Freunde und Familienangehörigen denken. Das ist nicht immer leicht, aber es gehört auch zum Leben dazu.

Umso mehr kann ich dann die schönen, die Hoch-zeiten meines Lebens genießen. Und da gehört die Advents- und Weihnachtszeit unbedingt dazu. Alles eben zu seiner Zeit. 

Nicht schon an Fasching Ostereier kaufen, nicht schon an den nächsten Urlaub denken, wenn ich noch am Strand liege, und eben auch: nicht schon Advent  feiern, wenn noch Totengedenken dran ist. Ich find das wichtig: Nicht in der Zukunft leben, sondern: im Hier und Jetzt.

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