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Heiliger Georg: Wage den Kampf mit dem Drachen!
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Heiliger Georg: Wage den Kampf mit dem Drachen!

Verena Maria Kitz
Ein Beitrag von

Verena Maria Kitz,

Katholische Pastoralreferentin in St. Michael, Zentrum für Trauerseelsorge, Frankfurt

Gibt es in Frankfurt Drachen? Natürlich nicht! An mindestens einer Stelle allerdings schon: Auf einem Eingangstor: Dem Tor zur Hochschule St. Georgen in Frankfurt-Oberrad. Da habe ich Theologie studiert und bin jahrelang an dem Drachen vorbeigelaufen. Ganz oben, auf dem schmiedeeisernen Tor, da gibt es diesen Drachen aus Metall! Man sieht, wie er gerade aufgespießt wird von einem Ritter. Der soll der heilige Georg sein, hoch zu Ross.

Ein früherer Besitzer dieses Anwesens hieß mit Nachnamen Saint-George, eingedeutscht Sankt Georgen. Da lag es nahe, den heiligen Georg samt Drachen am Eingang abzubilden. Denn dieser Heilige, so erzählt es die Legende, soll den Kampf mit einem bösen Drachen gewagt und ihn mit Gottes Hilfe sogar besiegt haben.

Das kann man natürlich abtun, als alte Geschichte, die heute keinen mehr interessiert. Aber ich habe entdeckt: In diesen scheinbar „alten Kamellen“, da steckt viel Lebensweisheit: Nämlich Erfahrungen, wie Menschen durch ihren Glauben Kraft bekommen haben: Um zum Beispiel zu kämpfen - gegen das Böse in ihrer Zeit – in der Legende verkörpert im Drachen.

Die Nachrichten sind doch bis heute voll von solchen Drachen, die Angst und Schrecken verbreiten: Ob das nun fürchterliche Waffen sind oder Politiker, die wie wutschnaubende Bestien auftreten. Und auch im eigenen Leben gibt es ja Situationen, die Angst machen, vor denen man am liebsten weglaufen würde wie vor so einem Drachen: Ich hatte zum Beispiel bis ins Studium große Hemmungen, vor anderen Leuten zu reden. Vor Referaten wäre ich am liebsten abgehauen. Damals hab ich gelernt: Ich kann den Kampf mit dieser Angst wagen. Muss nicht gleich in Panik geraten. Kann meinen Verstand nutzen, um zu klären: Was kann ich selber tun und wo brauche ich Hilfe? Und ich habe erfahren: In diesem Kampf bin ich nicht alleine. Da sind auch andere Menschen, die mir beistehen, in denen ich auch etwas von Gottes Beistand spüren kann.

Deswegen mag ich den heiligen Georg, der erinnert mich daran. Die katholische Kirche feiert heute seinen Gedenktag. Und wenn Sie heute einem Ihrer Drachen begegnen – nur Mut!

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