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Weltweite Solidarität in Corona-Zeiten!
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Weltweite Solidarität in Corona-Zeiten!

Clemens Weißenberger
Ein Beitrag von Clemens Weißenberger, Katholischer Pastoralreferent, Frankfurt
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Donnerstag waren wir mit unserer Familie auf Fahrradtour. Und nicht nur wir allein, der Weg am Main war gefüllt mit Radlern, Spaziergängern und Menschen. Viele hatten es sich bei herrlichem Wetter auf Decken am Ufer gemütlich gemacht. Wenn nicht fast alle Mundschutzmasken getragen hätten, wär es mir beinahe vorgekommen wie im Mai vor einem Jahr.

Im Gegensatz dazu standen diese Woche viele schreckliche Meldungen aus aller Welt – nicht nur zu Corona, sondern auch zu dem Zyklon in Indien und Bangladesch und dem furchtbaren Flugzeugabsturz gestern in Pakistan. Es gibt so viel Leid und Hunger weltweit -  natürlich vor allem jetzt auch wegen des Corona-Virus. Die Hilfsorganisation Caritas International hat diese Woche gewarnt: Auch die Menschen im Nahen Osten, in Lateinamerika und Asien stehen bereits am Rand einer schweren Nahrungsmittelkrise; Unterernährung und Hungerstod werden folgen. Die Zahl der betroffenen Menschen wird sich infolge von COVID-19 verdoppeln und könnte 230 Millionen erreichen. Nach dieser Meldung war ich echt schockiert.

Auch in Lateinamerika bahnt sich nach Einschätzung des Hilfswerks Adveniat eine Katastrophe an. Bereits jetzt sei mehr als eine halbe Million Lateinamerikaner mit Corona infiziert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Besonders Brasilien ist ein Hotspot der Pandemie. Und besonders betroffen sind die armen indigenen Völker. Die leiden doppelt: Sie sind nicht nur dem Virus schutzlos ausgeliefert, sondern auch bedroht von der Vertreibung durch Bergbau und illegale Holzfäller.

Papst Franziskus weist auf all diese Menschen hin, die nicht nur durch das Virus bedroht sind. Er macht aufmerksam auf die „schwächsten Brüder und Schwestern.“ Und er sagt: „Als Männer und Frauen jeder Glaubensrichtung vereinigen wir uns im Gebet, um die Gnade der Heilung zu erbitten“, soweit der Papst. Aber er bleibt nicht beim Gebet. Franziskus hat einen Corona-Hilfsfonds eingerichtet und 750.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt. Der Papst sagt zurecht: „Diese Zeit erlaubt keine Gleichgültigkeit, denn die ganze Welt leidet und muss sich bei der Bekämpfung der Pandemie zusammenschließen“.

Das finde ich gut und vollkommen richtig und wichtig. Auch wenn sich bei uns manches wieder normalisiert: Ich denke besonders an die Menschen auf der Welt, die jetzt unermesslich leiden. Ich werde für sie beten. Und ich werde Geld spenden. Bei allen Schwierigkeiten bei uns: Die Ärmsten dieser Welt brauchen unsere konkrete Hilfe zum Überleben – gerade jetzt.

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