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Weißkopfadler Baby und der Bundesadler
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Weißkopfadler Baby und der Bundesadler

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Ein Adler breitet seine Flügel aus und schwingt sich in die Luft. Das fand ich schon immer atemberaubend. Wie muss das sein, wenn man so fliegen kann? Sich ganz leicht in die Höhe schrauben. Über allem schweben und in die Weite hinein fliegen. Das muss ein großes Gefühl von Freiheit sein. Und noch etwas Anderes fasziniert mich am Adler: wie fürsorglich sich dieser große Raubvogel um seine Jungen kümmert. Er baut geschützt in den Felswänden sein Nest und versorgt die Kleinen.

Klar, viele Lebewesen kümmern sich um ihren Nachwuchs. Aber das ist schon ein besonderer Kontrast: dieser große, majestätische Vogel im Papa- und Mama-Modus. Das hat schon die Menschen in der Bibel beeindruckt. Sie meinten: So fürsorglich ist Gott. So wie ein Adler seine Jungen unter seine Fittiche nimmt, ja sie sogar auf seinen Flügeln trägt, bis sie selber fliegen können. Diese Fürsorge und Freiheit gibt Gott den Menschen. (5. Mose 32,11)

Die Kombination aus Freiheit und Fürsorge ist ein Grund, warum der Adler als Wappentier so beliebt ist. Ein großer Adler hängt im Bundestag in Berlin. Auf den schauen bei jeder Sitzung die Abgeordneten, die wir morgen neu wählen. Er symbolisiert Freiheit und Stärke. Aber der Adler steht für eine Freiheit und Stärke, die für andere da ist. Wer frei und stark ist wie ein Adler, kümmert sich um die, die Hilfe brauchen, um selber fliegen zu können. Eben wie ein Adler, der seine Jungen unter seine Fittiche nimmt.

Freiheit und für andere sorgen. Ich finde, das sind zwei gute Qualitäten für die Bundestagswahl morgen. Wie können wir frei leben? Einfach davon fliegen? Oder unsere Stärken so einsetzen, dass wir damit die Kleinen und Schwächeren mittragen? Ich schwinge mich morgen auf und genieße die Freiheit, dass ich wählen kann.

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