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Was mich im Innersten zusammenhält

Was mich im Innersten zusammenhält

Dr. Barbara Brüning
Ein Beitrag von

Dr. Barbara Brüning,

Katholische Journalistin, Autorin und Systemische Familienberaterin, Frankfurt
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Beim Aufräumen habe ich eine getrocknete Rose gefunden, die fast schon zerbröselt ist. Ich wollte sie nicht gleich wegwerfen, weil sie mich an die Hochzeit einer Freundin erinnert. Es war ein schönes Fest im letzten Sommer, und ich habe die Rose mitgenommen und getrocknet. Jetzt liegt sie erst mal auf dem Tisch, auf dem auch ein Blumenstrauß mit frischen Blumen steht.

Es ist der Zerfall, der mir Angst macht. Für einen Moment scheint mein Leben wie die vertrocknete Blume zu sein: Die vielen Dinge, die ich anfange. Und ich komme dann nicht dazu, dran zu bleiben. Aber auch meine Tage sind oft so. Hier ein kurzes oberflächliches Gespräch, dort bleibt mein Blick an einem Bild in der Tageszeitung oder im Internet hängen. Zerstreuung – ja das Wort passt – ich fühle mich zerstreut, so wie diese Pflanze im Zerfall.

Auf dem Tisch liegt aber noch etwas anderes: ein Buch – von dem ich jetzt in der Fastenzeit jeden Tag einen Abschnitt lesen wollte. Es ist von Peter Dyckhoff und heißt „Auf dem Weg in die Nachfolge Christi“. Und da lese ich gerade heute:

„…. Lass alles beiseite, was deine Neugier wecken könnte. Es ist wichtig, von der Oberfläche durch Schweigen nach innen zu gehen. Entziehe dich daher in dieser Zeit jedem überflüssigen Reden, laufe nicht wahllos und gelangweilt herum, lasse dich auf sogenannte Neuigkeiten und Gerüchte nicht ein“  … Ich soll vielmehr in die Stille gehen, um dort wesentlich zu werden und Kraft zu sammeln, steht da.

Aber was ist mir wesentlich? Sind die Dinge, die ich tue, mit dem in Verbindung, was mir wesentlich ist? Für die Blumen ist es der Stengel, der die einzelnen Blätter vor dem Zerfall bewahrt, indem er sie mit dem lebensnotwendigen Wasser verbindet.

Ich glaube, für mich ist es der Wunsch, mit dem Guten, der Freude, der Liebe in Verbindung zu sein. Das hält mich zusammen und lässt mich weiter wachsen. Ich nenne dieses Gute Gott. Wenn ich gerade keine Verbindung mehr sehe in meinem Tun, dann verbindet mich dieser Gedanke wieder mit meinem Sinn.

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