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Happy End für Jedermann
Bild: Rudolf Degelsegger/Pixabay

Happy End für Jedermann

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Der "Jedermann" in Salzburg. Dieses Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal wurde auch in diesem Sommer gespielt. Vor 100 Jahren begannen mit dem "Spiel vom Sterben des reichen Mannes" die Festspiele in Salzburg. Der "Jedermann" gehört einfach dazu.

Ich habe die Aufführung im Fernsehen gesehen. Geschichte und Thema kannte ich ja: Der Tod will den reichen Herrn Jedermann holen. Der bettelt und bittet. Um Verlängerung der Lebenszeit. Und sei es eine Stunde. Und allein will er schon gar nicht auf diese "Reise" gehen. Die Stunde wird gewährt. Doch: Kein Freund, kein Niemand will ihn begleiten. Aller Reichtum hilft ihm nichts. Jedermann bleibt auf sich zurückgeworfen. Mit seinen Versäumnissen, Fehlern und Missetaten. Vor sich: die unausweichliche Begegnung mit Gott. Unvorbereitet wie er ist…

Hugo von Hofmannsthals Stück ist im Grunde das Thema des Ewigkeitssonntags. Der war gestern. Da geht es um die Frage: Was kommt nach dem Tod? Was erwartet mich? Die christliche Antwort lautet: Gott macht alles neu. Kein Geschrei, kein Leid wird mehr sein. Für die Glaubenden. Alles wird gut sein.

Auch für den Jedermann gibt es ein Happy End. Er findet zum Glauben. Geht in den Himmel ein. Der Teufel hat sein Recht verloren.

Mich hat die Aufführung beeindruckt. Das alte Thema vom jüngsten Gericht -modern inszeniert. Nachdenklich macht das Schauspiel. Das, was ich sehe. Hier steht es mir vor Augen. Das, was ich auch in der Kirche im Grunde höre: Ich darf an einen gnädigen Gott glauben. Im Leben und auch im Sterben.

Ich war richtig erleichtert, dass es für Jedermann gut ausgeht. Sein Glaube scheint mir zaghaft. So gerade eben noch ergriffen. Der Barmherzigkeit Gottes tut dies keinen Abbruch. Welch‘ ein Glück. Für Jedermann.

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