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Für den, der mir die Ewigkeit schenkt
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Für den, der mir die Ewigkeit schenkt

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg
Ein Beitrag von

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg,

Evangelischer Pfarrer, Issigheim / Bruchköbel
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Er ist gelernter Maler. Inzwischen im Ruhestand. Aber was den Umgang mit dem Pinsel angeht, da macht ihm keiner was vor. Und seine Gabe setzt er gerne ein. Bei vielen Menschen im Dorf hilft er ganz selbstverständlich.

Ein Mann großer Worte ist er nicht. Auch keiner, der sich lange bitten lässt.

Besonders wichtig ist es ihm, die Kirche zu unterstützen. Er engagiert sich im Be­suchsdienstkreis, im Bauausschuss und ist da, wenn man ihn braucht. Mit Rat und Tat.

Ich erinnere mich noch, wie er die Fassade unseres Gemeindehauses gestrichen hat. Ganz allein!

Ich habe das bewundert. So ein großes Haus und er arbeitet mit so einer ruhigen Selbstverständlichkeit. Pinselstrich für Pinselstrich.

Warum tut er das? Was bringt ihm das?

Als er fertig war und ich mich bedanken wollte, auch im Namen der Kirchengemeinde, da dreht er sich zu mir um, schaut mich freundlich an und sagt schlicht: „Ich tu es für den, der mir die Ewigkeit schenkt.“

Was für eine einfache und zugleich großartige Sicht auf die Welt!

Kein Gejammer, weil immer alle was von einem wollen. Keine Angst, ausgenutzt zu werden. Kein Aufrechnen. Kein Meckern. Keine Erwartungen, die andere unter Druck setzen.

Nur dieser schlichte Satz: „Ich tu es für den, der mir die Ewigkeit schenkt.“

Seit damals murmle ich ihn mir immer wieder einmal vor, diesen Satz. Wenn die Unzufriedenheit in mein Leben zu kriechen droht. Wenn ich das Gefühl habe, mein Einsatz für andere wird nicht gesehen, nicht gewürdigt. Wenn die Frage „Was bringt mir das?“ mich blockiert und unglücklich macht. Dann hilft mir seine grandiose Sicht auf das Leben als Geschenk, das in die Ewigkeit hineinreicht.

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