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Ferien heißt Zeit haben
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Ferien heißt Zeit haben

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain
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Ferien ist ein wunderbares Wort. Wenn ich an meine Sommerferien als Kind denke,  war es das Beste an der Schule. So ein ewig scheinender Sommer. Oft Sonnenbrand. „Die Haut pellt sich“, haben wir gesagt. Das Gefühl von Sonnenmilch vermischt mit Sand vom Strand.  Ferien, das war Freibad, bis man rausgeschmissen wurde. Oder Badeseen, wo ich tauchen konnte. Bis ganz unten, wo es düster und kalt war.

Urlaub macht Stress

Natürlich liebe ich jetzt auch meinen Urlaub. Doch ich kenne das auch, das erwachsene Gefühl, sich Stress zu machen wegen des Urlaubs. Als ob er es bringen müsste. Hinterher oder am besten gleich aus dem Urlaub muss es vorzeigbare Fotos oder Videos geben. Vielleicht ist das noch einfach. Aber nicht einfach kann es sein, wenn Menschen, die sonst arbeiten, im Urlaub auf sich geworfen werden. Die Erwartungen sind hoch. Das Wetter muss stimmen. Das Essen. Und dieses Jahr auch noch der Ferienspaß trotz des notwendigen Corona-Schutzkonzepts.  

Ferien heißt Zeit haben

Ich frage mich: Was ist eigentlich das Wichtige in den Ferien? Ich glaube, es ist Zeit haben. Wie früher am Baggersee oder im Freibad. Eine Uhr hatte ich da nie mit. Ferien, Urlaub, heißt doch: Ich habe Zeit. Für mich. Für andere. Für die Sache mit Gott.

Zeit haben für den bewussten Blick auf Kleinigkeiten

Denn meine Zeit steht in Gottes Händen (Psalm 31, 16). Endlich-unendliche Zeit. Ferien heißt eine bewusste Sicht auf Kleinigkeiten. Zeit für Blicke in die Wolken. In die Baumwipfel. Am Meer die Wellen mit den Augen verfolgen. Zeit für Menschen, die in dieser Zeit meinen Lebensweg kreuzen. Zufallstreffer. Neue Lebensgeschichten. Hören und vielleicht etwas von mir teilen. Ferien. Ein wunderbares Wort. Zeit haben ist mit das Wichtigste in den Ferien.

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