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Wombat-Weisheiten…
Bild: Pixabay

Wombat-Weisheiten…

Christoph Schäfer
Ein Beitrag von Christoph Schäfer, Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim
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Es gibt ja viele kuriose Feiertage, die von Fans irgendwo auf der Welt gefeiert werden: In Kroatien haben kürzlich Modefans den „Krawattentag“ begangen – und in Schweden lassen Leckermäuler einmal im Jahr die „Zimtschnecke“ hochleben. Über die meisten solcher Feiertage schmunzele ich. Und vergesse sie gleich wieder. Heute aber ist ein kurioser Feiertag, der mir gut gefällt und den wir in der Familie auch ein bisschen begehen könnten. Obwohl er am anderen Ende der Welt gefeiert wird: in Australien. Dort ist heute der so genannte Wombat-Tag. Wombats sind Gras fressende Beuteltiere. Ihr Körper ist kompakt und pelzig – und dadurch sieht der Wombat ziemlich sympathisch aus.

Als ich von dem Tag erfahren hab, hab ich spontan gedacht: Ich finde es schon aus Tierschutz-Sicht gut, dass die Wombats eine Lobby haben. Aber ich habe zu den Wombats auch noch aus einem anderen Grund einen Bezug. Obwohl ich noch nie einen in Natura gesehen habe. Das liegt an einem Bilderbuch, das als Gute-Laune-Spender einen Ehrenplatz im Regal hat. Es heißt „Tagebuch eines Wombat“.

In dem schmalen Werk passiert auf amüsante Weise: praktisch nichts. Es geht darum, dass sich ein Wombat im Garten einer Familie einquartiert und seine Zeit mit Schlafen und Fressen verbringt. Darüber führt der Wombat selbst akribisch Tagebuch. Illustrationen zeigen, wie schön das Leben sein kann, wenn man sich wohl in seiner Haut  fühlt und sich nicht stressen lässt. Dieser Wombat erinnert an den Bären Balu im Film „das Dschungelbuch“. Der vermittelt mit dem Song „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ den gleichen Wohlfühl-Effekt.

Den Bilderbuch-Wombat haben wir alle in der Familie quasi adoptiert. Mir tut im Alltag eine Portion Wombat-Weisheit aber besonders gut: Ich schlage regelmäßig das Büchlein auf. Und muss dann schmunzeln, wie entschleunigt man den Tag verbringen kann. Natürlich hab ich mehr Verpflichtungen als das Bilderbuchtier. Doch wenn man schwarz auf weiß liest, wie viel Stress man hinter sich lassen kann, wenn man ein dickes Fell besitzt und die Ansprüche an das Leben nicht zu hoch streckt – dann tut mir das tut. Heute am Wombat-Tag werde ich erst recht mal wieder das Wombat-Buch durchblättern. Und ich nehme mir vor, die Wombat-Weisheiten noch etwas konsequenter zu beherzigen.

 

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