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Rosa ist angesagt – Freut euch, es wird anders
Bild: annca/Pixabay

Rosa ist angesagt – Freut euch, es wird anders

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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Rosa Blumen gehören heute auf den Altar. Und in der katholischen Kirche darf der Priester heute ein rosa Messgewand tragen. Rosa: Mischung aus Violett und Weiß. Violett steht für die Passions- und Leidenszeit Jesu, in der wir uns kirchlich befinden. Sie geht ja von Aschermittwoch bis Ostern. Weiß steht für Ostern. So sagt das ‚Rosa‘: Wir sind noch in der Fastenzeit. Doch Ostern kommt. Deshalb auch der Name des heutigen Sonntags: ‚Lätare‘. ‚Freut euch‘. Mitten in der Fastenzeit.

Übertragen heißt das für mich: In Zeiten, in denen ich leidvolle Erfahrungen mache, soll ich mich freuen. Geht das?

In Situationen wie Abschied oder Krankheiten sehen wir nur das Leid, unsere Traurigkeit. Wir denken, dass hört nie auf. Doch der Prophet Jesaja in der Bibel macht Menschen in ihrem Leid Mut: Er sagt: „Gott hat dich nicht vergessen. Es wird wieder anders. Es wird gut.“ Darüber wird heute in den Gottesdiensten gepredigt.

In mein Lebensdunkel soll Licht fallen. Licht am Ende des Tunnels. Ich sehe jetzt nicht, wo es hinaus will. Trotzdem soll ich Mut haben. Es wird anders.

Ist das der Blick durch die ‚rosa-rote Brille‘? Nein. Natürlich wird nicht jede Krankheit überwunden. Aber ich kann hoffen, dass ich sie annehmen kann, weil Gott immer vor mir ist. Das darf ich glauben. Dass etwas aufgebaut werden soll. Aus den Trümmern meines Lebens.

In den Dürrezeiten meines Lebens brauche auch ich solchen Trost. Den malt die Farbe Rosa am heutigen Sonntag mir vor Augen: Das Leiden jetzt ist vorläufig. Bleibt nicht das Letzte. Das ‚Rosa‘ ist eine Ansage. Eine Mut-mach-Farbe. Eine Verheißung. ‚Rosa‘ – das ist vertrauen darauf, dass es anders wird.

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