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Pilgern mit Maria
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Pilgern mit Maria

Dr. Matthias Viertel
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Dr. Matthias Viertel,

Evangelischer Pfarrer, Kassel
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Als evangelischer Pfarrer geht Matthias Viertel geht auf Pilgerfahrt mit Maria, der Mutter Jesu. Er entdeckt ihre Spuren im Judentum und Islam, bei katholischen, orthodoxen und evangelischen Christen. In manchen Ländern der Erde inspiriert sie sogar zur Befreiung von Frauen und zum aufrechten Gang.

Maria, die Pilgerin                                                                   

Maria, die Mutter Jesu, war eine bewegte Person. Sie eilt übers Gebirge, zieht durch Dornwälder, wandert zur Volkszählung nach Bethlehem, zur Hochzeit nach Kana; sie flüchtet nach Ägypten und durchquert die Wüste. Maria ist ständig unterwegs. Unterwegs sein kann man auf zwei Weisen: Indem man den Körper auf den Weg bringt. Aber auch mit der Seele kann man in die Weite schweifen. Maria ist auf beide Weisen Pilgerin. Eine Frau, die nach dem rechten Weg sucht.

Maria als Vorbild - in vielen Religionen

Sie ist zum Vorbild geworden für alle, die das eigene Leben als Wanderschaft empfinden. So ist sie für katholische und evangelische Christen interessant. Für Menschen, die auf der Suche nach Erfüllung sind, nach einem Grund, der dem Leben Sinn und Halt geben kann. Bis auf das 4. Jahrhundert geht diese Tradition zurück. Seitdem ist Maria ein Sinnbild für den Pilgerweg auf Erden. Als evangelischer Pfarrer denke ich: Sie hat allen Konfessionen einiges zu sagen und verbindet sogar mit Juden und Muslimen.

Lourdes, Fátima, Tschenstochau und Selcuk

Heute gibt es unzählige Wallfahrtsorte, die Maria gewidmet sind, wie etwa Lourdes in Frankreich, Fátima in Portugal, Tschenstochau in Polen oder Selcuk in der Türkei. Aber es sind nicht nur diese Orte, die Pilgern auf der ganzen Welt Ziele anbieten. Auch Menschen, die gar nicht so fromm sind, und im Urlaub in den Bergen wandern, begegnen dort immer wieder Maria. Etwa in den Wegkreuzen oder Schreinen am Wegesrand.

Marienverehrung in der orthodoxen Kirche

Wer im Süden Erholung sucht, zum Beispiel in Griechenland, sieht dort wahrscheinlich auch eine der alten Basiliken. Die prächtigen Marien-Ikonen in den griechischen Kirchen lassen die Besucher erleben, wie verbreitet die Marienverehrung gerade in der Orthodoxie ist.

Maria in der evangelischen Kirche

Protestanten begegnen Maria eher mit einer gewissen Skepsis. Die Marienverehrung gilt ihnen als Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Und auch das Bild von der Pilgerin Maria ist dabei weitgehend verloren gegangen. Nur im Advent und zu Weihnachten kommt sie vor, zum Beispiel im großen Lobgesang der Maria, dem Magnifikat im Lukasevangelium Lukas 1, 46 ff. Dadurch sind in den evangelischen Kirchen die wenigen Lieder über Maria nur noch in der Winterzeit zu hörten.

Der evangelische Dichter Novalis schreibt ein Marien-Gedicht

Und doch gibt es sie, die Lieder, in denen Maria als aller Pilgerin beschrieben wird. Der unter dem Pseudonym Novalis bekannt gewordene Dichter hatte diese Perspektive wieder entdeckt. Novalis hieß mit bürgerlichem Namen Friedrich Freiherr von Hardenberg. Er war in einer frommen evangelischen Familie groß geworden. Der Vater hatte enge Verbindungen zur Herrnhuter Brüdergemeine, eine evangelische Gemeinde mit besonderen Traditionen. Schon in jungen Jahren entdeckte Novalis die Gestalt der Maria als Inbegriff jener Menschen, die der Welt entfliehen, um eine innere Welt des Friedens und der Harmonie zu finden. Er widmete ihr ein Gedicht mit dem Titel Pilger. In evangelischen Gesangbüchern hat es, wohl auf Grund konfessioneller Bedenken, keine Aufnahme gefunden, aber im Kunstlied wurde es von den Komponisten doch bedacht.

Pilger

Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht. 

Novalis, Geistliche Lieder, 1802. XV. in: Novalis: Schriften. Die Werke Friedrich von Hardenbergs. Band 1, Stuttgart 1960-1977. Nachzweis z.B. hier
 

Musik: Othmar Schoeck, Marienlied op. 6 No. 5                              

Der Dichter als Arzt für die Seele

Über die Aufgabe des Dichters sagte Novalis, er müsste eine Art Arzt für die Seele sein, und seine Poesie verstand er als die Kunst der Bildung einer Gesundheit, die auch Geist und Seele umfasst. In dieses Konzept passte gut sein Bild von Maria.

Maria hat viel Leid erfahren. Sie tröstet.

Die Evangelien erzählen: Maria hat in ihrem Leben von Anfang bis Ende Leid erfahren. Sie hat Jesus unter Entbehrungen geboren, wurde mit ihrer Familie abgewiesen, angefeindet. Dann die Flucht nach Ägypten. Am Ende schließlich die Hinrichtung ihres Sohnes. Maria bündelt das Leid der Menschen in ihrer Biographie, schon deshalb eignet sie sich für die Suche nach Trost. Maria ist letztlich ein Symbol für gelebte Hoffnung zu einem barmherzigen Gott, dem ich mich anvertrauen kann.

Das war Maria für Martin Luther

Das war auch für Martin Luther eine Perspektive, von der er sein Leben lang nicht abrücken wollte. Den Reformator bringt man nicht gerade mit Marienverehrung in Verbindung. Doch Martin Luther hält erstaunlicherweise an dem schon im 5. Jahrhundert gefassten Verständnis Marias als Mutter Gottes fest. Und auch die Darstellung als Jungfrau erschien ihm wichtig. Denn durch diese besonderen Geburtsumstände soll die göttliche Natur Jesu zum Ausdruck kommen. Persönlich nannte er sie stets seine "liebe, werte Magd". Immerhin wirkte er in Wittenberg an der St. Marienkirche und hatte sogar sein Arbeitszimmer mit einem Marienbild geschmückt. In seiner Zeit als Mönch des Augustiner-Ordens bestimmte Maria die liturgische Gestaltung des Alltags.

Gegen Kommerz und Kult rund um Maria

Durchaus kritisch beurteilte er aber den ausufernden Kult, der sich damals um die Marienverehrung immer dreister aufführte. Fast in jeder Kirche fanden sich Marienstatuen, denen wundersame Wirkung nachgesagt wurden. Mal vergossen solche Figuren bei entsprechender Spende Tränen als Zeichen des Mitgefühls, mal waren sie so auf drehbaren Sockel montiert, dass sie sich bei allzu sparsamen Besuchern abwenden konnten. Martin Luther wurde nicht müde, die Vermarktung der Mutter Gottes durch geschäftstüchtige Geistliche zu kritisieren. Außerdem war es ihm ein Dorn im Auge, wenn fromme Menschen sich immer stärker Maria zuwendeten und dabei Gott selbst aus den Augen verloren. In der Verehrung Marias sollen wir nicht zu ihr kommen, sondern durch sie zu Gott. Das hervorzuheben war dem Reformator wichtig. Und genau hier liegt der protestantische Ansatz: Für Luther ist Maria die Mutter Gottes und zugleich in ihrer Demut Vorbild für alle Christen. Luther sagte:

Maria ist die Mutter Jesu und die Mutter von uns allen, obwohl nur Christus auf ihren Knien ruhte. (…) Wenn er uns gehört, sollten wir in seiner Situation sein; dort, wo er ist, sollten wir auch sein, und alles, was er hat, sollte uns gehören, und seine Mutter ist auch unsere Mutter. (Martin Luther, Predigt zu Weihnachten, 1529. Weimarer Ausgabe Bd. 29)

Maria nicht anbeten, sondern zum Vorbild nehmen

Die Menschen sollten Maria nicht anbeten wie irgendein Götzenbild. Sie aber als Vorbild im Glauben zu verstehen, sie durch Bilder, Texte und Lieder zu ehren, das erschien Luther sogar sehr empfehlenswert.

Maria, die will nicht ein Abgott sein. Sie tut nichts, Gott tut alle Dinge. Anrufen soll man sie, dass Gott durch ihren Willen gebe und tue, was wir bitten. Für eine Fürsprecherin wollen wir sie nicht halten, für eine Fürbitterin wollen wir sie halten wie die anderen Heiligen, (denn) sie will nicht, dass du zu ihr kommst, sondern durch sie zu Gott. (Martin Luther, Das Magnificat verdeutscht und ausgelegt (1521) Weimarer Ausgabe Band 7, Seite 546-601)

Musik: Die Prinzen, Maria durch ein Dornwald ging

Maria verbindet Judentum, Christentum und Islam                             

Durch Maria zu Gott kommen! Diese Empfehlung Luthers ist in der evangelischen Kirche aus dem Blick geraten. Auch wenn Maria nicht um ihrer selbst willen angebetet werden soll. Sie aber trotzdem als Mittlerin auf dem Glaubensweg zu ehren, kann auch evangelische Christen herausfordern. Denn Maria stellt eine Art Brücke dar. Sie verbindet sogar alle drei monotheistischen Religionen. Maria genießt sowohl im Christentum als auch im Islam ein hohes Ansehen. Den Christen gilt sie als Mutter Gottes. Im Islam, als Mutter des Propheten Jesus, an der sich die Barmherzigkeit Gottes offenbart. Und in der jüdischen Tradition ist sie schlicht eine "Tochter Israels". Der jüdische Gelehrte Schalom Ben Chorin hat sogar ein Buch mit dem Titel "Mutter Mirjam" geschrieben, in dem er die Mutter Jesu als Frau aus dem jüdischen Volk hervorhebt.

Mirjam, Mariam, Maria

Die Namen wechseln, im jüdischen Talmud wird sie Mirjam genannt, im Koran ist von Mariam die Rede, und bei den Christen heißt sie Maria. Und doch geht es immer um die Mutter Jesu, die mit großem Respekt behandelt wird. Zwei Aspekte treten dabei in den Vordergrund.

Maria, eine Frau in patriarchialen Verhältnissen

Zum einen die Rolle Marias als Frau in von Männern dominierten Gesellschaften. Je deutlicher dabei die männlichen Strukturen auf die Religion übertragen werden, umso stärker wird auch die Bedeutung Marias. Immerhin ist der große Lobpreis der Maria, das Magnificat, der umfassendste Text aus dem Munde einer Frau, der sich im Neuen Testament finden lässt. Und im Koran ist sie überhaupt die einzige Frau, die Erwähnung findet.

Maria in der Volksfrömmigkeit

Zum zweiten ist es auffallend, welchen außerordentlichen Ruf sie gerade im Osten genießt. In den orthodoxen Kirchen des Orients wird sie als Heilige verehrt, deren Bedeutung weit über die aller Apostel, Propheten und Märtyrer hinausgeht. Vor allem aus der Volksfrömmigkeit ist sie nicht wegzudenken. Die war in den Augen der Theologen schon ein Problem, in den Kirchen des Ostens wie des Westens. Immer wieder wurde versucht, die Marienverehrung zurückzudrängen, weil man befürchtete, sie könne an die Stelle der Beschäftigung mit Gott treten. Maria behält trotzdem jenseits aller theologischen Debatten ihren festen Platz. Das zeigt sich etwa in den Gebeten, auf Ikonen und Amuletten und nicht zuletzt in den Gesängen.

Fromm und mutig

Evangelische Christen versenken sich nicht im Gebet vor einem Marienbildnis, wie in katholischen und orthodoxen Kirchen zu beobachten ist. Aber sie können die Mutter Jesu in Gedichten und Bildern und Liedern ehren. Kurzum: Alle Christen können Maria wieder neu entdecken: Als fromme wie mutige Frau. Als einfache Magd, die zum Symbol für die Offenheit der Seele geworden ist. Als Frau, die zur Brückenbauerin in der Ökumene taugt und von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen geschätzt wird.

Musik: Agni Parthene- Αγνή Παρθένε (Greek Byzantine orthodox) 

Maria und das Frauenbild in Islam und Christentum     

Schon dass Maria, beziehungsweise Maryam, wie sie im Islam genannt wird, im Koran auftaucht, ist eine Sensation. Sie ist sogar die einzige Frau, die dort namentlich Erwähnung findet. Allein diese Tatsache sichert ihr besonderes Ansehen. Dass Maria mit ihrem Namen vorkommt, hat auch gesellschaftliche Folgen. Es kann sogar die gegenwärtige Situation der Frauen im Orient verändern.

Maria, eine Befreierin heute im Jemen

Davon berichtet jedenfalls eine muslimische Frau aus dem Jemen. Sei heißt Nadia Haddash, ist aus dem Jemen geflüchtet und lebt mittlerweile in Deutschland. Jemen ist ein im Bürgerkrieg mit Islamisten zerrissenes Land. Es ist durch eine konservative Haltung geprägt, die alle Bemühungen um Gleichberechtigung schon im Keim erstickt. Im Global Gender Report, dem weltweiten Barometer für die Benachteiligung der Frauen, belegt Jemen sogar den letzten Platz.

Aktion: Nenne den Namen deiner Mutter

Gerade dort hat die Erwähnung Marias im Koran zu einer Aktion geführt, die großes Aufsehen erregte. Nadia Haddash war eine der Initiatorinnen und erinnert sich gut daran, was die Maria aus Bibel und Koran mit Mut zu tun hat. Sie erzählt, wie umstürzend es im Jemen ist, den Namen der eigenen Mutter laut auszusprechen:

Ich habe in einer Talkshow-Sendung als Radiomoderatorin gearbeitet, und da haben wir versucht, ein Thema, das ist so ein bisschen tabu in unserer Gesellschaft im Jemen, und eines von diesen Themen war: Wenn du Mut hast, sag deiner Mutter Name! Und wir haben so viele Anrufe bekommen von verschiedenen Leuten, auch Männer haben teilgenommen, und sie haben einfach stolz gesagt: Meine Mutter heißt so! Eigentlich im Jemen wir sagen einfach Mama oder wir nennen die Mutter nach ihrem ersten Sohn. Wir sagen zum Beispiel: Die Mutter von Mohammed, oder die Mutter von Ahmed. Aber direkt wir nennen nicht Mutters Name.

Ein rebellischer Akt von und für Frauen heute

Für mich ist es nur schwer vorstellbar, wie es schon als rebellischer Akt gelten kann, wenn eine Frau mit ihrem Namen angesprochen wird. Zugleich wird aber auch deutlich, wie stark sich das Bild von Maria ändert, wenn die gesellschaftlichen Zusammenhänge anders aussehen. Vieles von dem, was Maria im Jemen so anziehend macht, wird in europäischen Zusammenhängen nicht wahrgenommen, weil es als selbstverständlich gilt, Frauen den gleichen Respekt zu erweisen wie Männern:

Mariam bedeutet mir und im Islam eigentlich, sie ist eine großartige Frau, sie ist ein Symbol, ein Icon. Und im Koran hat Gott, oder Allah, Mariam mit ihrem persönlichen Namen gesprochen und genannt, und es ist mehr als 30 Mal, und mit vollem Respekt. Immer wenn der Name Mariam kommt im Koran, danach ist es einfach so voller Respekt.

Auf diese Weise wird Maria, die Mutter Jesu, wieder zu einem Vorbild, durch das Leben verändert werden kann. Marienfrömmigkeit ist sogar politisch herausfordernd:

Ich hoffe, dass die Leute im Jemen verstehen: im Koran Mariam ist genannt als respektvolle Frau und sie hat einen ganz besonderen Platz, und dann vielleicht die anderen Frauen in unserer Zeit jetzt werden genauso wie Mariam von den Leuten behandelt.

Fairoz, Sängerin aus dem Libanon, preist Maria

Vor diesem Hintergrund zeigt es Selbstbewusstsein, Bilder von Maria zu zeigen oder sie im Lied zu preisen. So wie bei der im Orient sehr populären libanesischen Sängerin Fairouz. Sie wuchs als Christin in Beirut in einer syrisch-orthodoxen Familie auf. Wichtig in ihrem Repertoire sind die Marienlieder in arabischer Sprache, die auch von muslimischen Menschen gerne gehört werden. So zum Beispiel das Lied Ya Mariam Al Bikr. 

O Maria, du Erstgeborene,

die Sonne und der Mond sind aufgegangen
Und jeder Stern am Himmel ist ein Geheimnis
Mutter Jesu, meine Mutter und meine Hoffnung
Vernachlässige mich nicht, wenn ich einen Fehler gemacht habe
Du bist meine Zuflucht und Hilfe, wenn ich schwach bin
O Morgensterne, leuchte in unseren Tempeln
Und erleuchte unseren Geist, unser Hören und Sehen.

Musik: Fairouz, Ya Mariam Al Bikr

Maria ist ein Sinnbild für den Pilgerweg des Lebens. Mit Maria pilgern kann unterschiedlich aussehen. Die einen machen sich auf den beschwerlichen Weg zu einer der Wallfahrtsstätten. Andere treffen im Urlaub eher zufällig auf eine Marien-Darstellung, wenn sie eine Kirche besuchen. Wieder andere vertiefen sich in einen Text, in ein Bild oder eine Musik, und lassen sich dadurch zu einer Begegnung mit Maria anregen.

Pilgern mit Maria       

Es ist zweitrangig, ob ich mich als Pilger oder Pilgerin auf den Weg mache, ob ich wandere oder mich auf eine meditative Reise begebe. In allen Fällen liegt die Chance zu einer neuen Begegnung im und mit dem Glauben. Eine spirituelle Wanderung, in der es nicht zuerst um theologische Streitfragen über Maria geht. Die haben woanders ihren Platz. Eine Wanderung, bei der auch konfessionelle Grenzen bewusst überschritten werden. Dort beginnt der Weg, der wirkliche Pilgerschaft auszeichnet.

Gottes Barmherzigkeit zeigt sich in Maria

Martin Luther hat immer wieder darauf hingewiesen: Jede Verehrung der Mutter Gottes gründet darin, dass sie Vertreterin der Menschen ist. Nicht wegen irgendwelcher Leistung wird sie gerühmt, sondern allein, weil sich Gottes Barmherzigkeit an ihr erweist. Und sie erweist sich allen Menschen, Juden, Christen wie Muslimen, denen Maria zum Vorbild werden kann. Zum Vorbild für die harmonische Verbindung von Selbstbewusstsein und Demut, von Barmherzigkeit und aufrechtem Gang. Maria ist eine Frau, die ihren Glauben erlebt, und die versteht, was sie glaubt. Im Neuen Testament heißt es: Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Lukas 2,19

Musik: Guillaume Dufay, Marcel Dupré, Ave maris stella  

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