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Kriegsspiele
Bild: Tomasz Mikolajczyk/Pixabay

Kriegsspiele

Jens Haupt
Ein Beitrag von

Jens Haupt,

Evangelischer landeskirchlicher Pfarrer, Kassel
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Kriegsspiele am Computer kann ich nicht leiden. Ich gebe zu, ich habe keine Ahnung davon. Habe es nie ausprobiert. Will es auch gar nicht, weil ich Krieg und Krieg spielen ablehne.

Trotzdem bin ich in das Computerspiel "Battlefield" reingeraten. Durch einen Dokumentarfilm. Der Titel "How to disappear", wie man verschwinden kann, hat mich gelockt. Kann ich aus einem Computer-Kriegsspiel einfach verschwinden? Das wollten die Filmemacher rausbekommen. Erster Versuch: Kann ich bei diesem Spiel einfach abhauen, die Waffe hinschmeißen und aufhören rumzuballern?

Zugegeben eine verrückte Idee. Aber das Filmteam hat es ausprobiert. Man lässt seine Spielfigur wegrennen. Sofort kommt ein Befehl umzukehren, sonst würde man erschossen. Einfach abhauen geht also nicht.

Zweiter Versuch: Nur die Waffe wegwerfen. Geht auch nicht. Die Spielerfigur hat immer eine Waffe in der Hand. Schmeißt sie die eine weg oder verliert sie, hat die Figur gleich wieder eine Waffe in der Hand. Nur beim Schwimmen hat man auch im Spiel freie Hände. Kommt man aus dem Wasser, gibt der Algorithmus gleich die nächste Waffe in die Hand. Leere Hände gibt es nicht.

Dritter Versuch: Nach Hause gehen oder sich verstecken. Das Spiel lässt es nicht zu. Desertieren wird verhindert.

In Wirklichkeit aber gibt es in jedem Krieg Menschen, die abhauen. Die ihre Gewehre wegschmeißen und die Uniform verbrennen. Kein Krieg ohne Desertion. Das wäre wirklich mal ein Plan für ein realistisches Kriegsspiel. Nicht nur die Uniformen, die Waffen und das Blut möglichst echt darstellen. Sondern auch das Beenden von Krieg. Das Verschwinden und nach Hause gehen. Könnte ein Lernspiel werden. Frei nach der Vision des Propheten Jesaja: Es wird kein Volk gegen das andere das Schwert erheben und sie werden nicht mehr lernen Krieg zu führen.

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