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Kreatives Chaos
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Kreatives Chaos

Simone Twents
Ein Beitrag von Simone Twents, Dezernetin für Glaubenskommunikation und Pastorale Innovation, Fulda
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Bei aller Krise und allem Chaos finde ich: Es passieren gerade ganz viele tolle Sachen. Nachbarschaftshilfe zum Beispiel. Vorher bestand vielleicht nicht viel Kontakt. Doch jetzt sind Menschen bereit, anderen anzubieten: „Hey, kann ich für Sie einkaufen? Ich habe sie im Blick, ich kümmere mich.“ Oder kürzlich, als sich überall in Deutschland die unterschiedlichsten Menschen in den Garten oder auf den Balkon gestellt haben und dasselbe Lied gespielt haben. Oder Livestreams von Gottesdiensten, wo Zuschauer ihre Gebetsanliegen live einsenden und andere Zuschauer dafür beten.

Ich merke gerade eine Menge Zusammenhalt. Wenn es hart auf hart kommt, stehen viele Menschen zusammen und achten aufeinander. Das finde ich total toll, das berührt mich.
Es gibt eine Bibelstelle beim Propheten Jesaja, in der Gott sagt: „Ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe.“ Die kam kürzlich im Gottesdienst, da habe ich gedacht: „Puh, ganz schön gegen meinen Strich gebürstet!“ Ohne Ende freuen und jubeln – ich bin wegen der Corona-Krise gerade gar nicht so auf Jubel aus.

Gott beschreibt dieses Neue folgendermaßen: Da ist ein riesiger, toller, aber brutal gefällter Baum. Nur noch der traurige Stumpf ist übrig. Doch da ist ein kleiner grüner Spross. Der wächst aus dem Rest des Baumes heraus. Und darüber sagt Gott: Freut euch und jubelt über das, was ich erschaffe.

In dem ganzen Abbruch und Chaos während der Corona-Krise sagt mir das: Gott ist präsent, und macht sein Ding. Er tut etwas Neues. Kleine, frische, überraschende Dinge zwischen den Zeilen.
Ich möchte meinen Blick wenden und diese positiven Sachen suchen. Wo dieses Kreative, Schöne entsteht, im Abbruch und im Chaos. Und dabei hören, wie Gott sagt: „Hey, du sollst dich ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe! Schau genau hin, denn im Chaos gibt es einen Neuanfang. Es gibt schönes. Es gibt Dinge, die zu Herzen gehen.“ - Darauf richte ich heute meinen Blick.

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