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Freundschaftsdienste
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Freundschaftsdienste

Andrea Seeger
Ein Beitrag von

Andrea Seeger,

Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Wer Freunde hat, lebt länger – sagen Statistiken. Das leuchtet mir ein – der Mensch ist ein soziales Wesen. Und schon komme ich ins Grübeln. Was macht eigentlich einen Freund, eine Freundin aus? Für mich ein wesentlicher Punkt: in schweren Zeiten füreinander da zu sein.

Abends mit jemandem einen Wein trinken zu gehen, sich dabei gegenseitig zu versichern, wie toll man sich findet – kann man machen, dazu braucht es keinen guten Freund. Das funktioniert auch mit der Kollegin oder dem Yogalehrer.

Freunde trösten und hören zu

Aber was ist, wenn mir der Vogel Kleinmut auf der Schulter sitzt, ich nicht den Job bekomme, den ich unbedingt haben wollte, mein Mann erkrankt. Dann schütte ich meiner besten Freundin mein Herz aus. Und ich höre ihr zu, wenn sie erzählt, wie schlecht es ihrer Tochter geht. Wir versuchen, uns zu trösten. Allein der Umstand, dass wir miteinander sprechen, macht es leichter.

Auch in der Bibel gibt es tolle Geschichten von Freundschaft. Das ist bemerkenswert, denn zu damaliger Zeit war der Einzelne fest eingebunden in die Familie. Hier spielte sich das Leben ab. Freundschaften hatten wesentlich weniger Bedeutung als heute, wo viele Menschen mobil sind, sein müssen. Oft sind ihre Heimatorte weit weg vom Arbeitsplatz, Freunde ersetzen die Familie.

Eine starke Freundschaftsgeschichte in der Bibel

Eine starke Geschichte von Freundschaft zu biblischer Zeit ist die von den vier Männern, die ihren gelähmten Freund zu Jesus bringen wollen, damit der ihn heilt. Das Gedränge ist zu groß, sie kommen nicht durch. Aber sie sind schlau. Sie schleppen die Trage auf das Dach des Hauses, in dem Jesus gerade ist. Die Freunde kratzen den Lehm ab, um ein Loch zu schaffen. Dann lassen sie die Trage mit Seilen langsam herunter. Jesus schaut nach oben und blickt in vier erwartungsfrohe Gesichter. Er sieht, wie sehr die Männer an ihn und seine Wirkkraft glauben. Jesus macht ihren gelähmten Freund gesund.   

Die Freunde glaubten fest daran, dass ihr fünfter Mann geheilt wird. Und behielten Recht. Meine beste Freundin glaubt nicht an Gott. Kann sie nicht, sagt sie. Ich schließe sie in meine Gebete oft ein. Vor kurzem habe ich ihr das gestanden. „Danke“, sagte sie. „Man kann ja nie wissen!“

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