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Entspannt trotz Weihnachtsstress
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Entspannt trotz Weihnachtsstress

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt
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Ein Freund hat mir eine Weihnachtskarte geschickt. Darauf war ein leerer Stall zu sehen, ganz ohne Menschen und Tiere. Nur ein Stern leuchtete darüber. Und er schrieb dazu: „So sah es wohl in Betlehem vor Weihnachten aus: ganz leer. Offen für alles. Für mich ist das eine Einladung, kreativ zu werden und mit den Möglichkeiten Gottes zu spielen. Ich lass mich überraschen: der liebe Gott wird sich schon etwas Kreatives einfallen lassen“.

Das hat mir sehr gut gefallen: leer sein, leer werden, um offen zu sein für Neues, Kreatives.

Nur: Es entspricht so gar nicht dem, wie ich mich aktuell fühle, so kurz vor Weihnachten. Da bin ich eigentlich total voll. Voll mit Aufgaben, die noch zu erledigen sind: die letzten Geschenke einkaufen, alle Lebensmittel für das Festessen besorgen, den Baum schmücken, die Krippe aufbauen, vergessene Weihnachtspost schreiben. Eigentlich weiß ich gar nicht so genau, wie ich das alles schaffen soll. Und dann die Anspannung, ob alles auch klappt, ob das Essen allen schmeckt, ob die Geschenke gefallen, ob wir uns gut verstehen beim Familientreffen...

Und da soll ich leer werden, um offen zu sein für die Möglichkeiten Gottes? Na ja, denke ich, dann kann er ja die Geschenke besorgen und das Essen kochen! Vielleicht fällt ihm ja was Kreatives ein.

So hat mein Freund das mit seiner Weihnachtskarte sicherlich nicht gemeint. Und so einfach ist es ja auch nicht. Trotzdem: die Karte beschäftigt mich. Ich muss ja nicht gleich leer werden, aber ein wenig Entspannung täte mir ganz gut. Und ich überlege, wie ich die vielleicht trotz allem Weihnachtsstress hinbekommen kann: ich könnte z.B. ein fertiges Früchtebrot kaufen anstatt es selbst zu backen. Schmeckt sowieso viel besser, wenn es nicht ganz so frisch ist. Und meine Freundin freut sich auch noch, wenn ich sie nach Weihnachten anrufen, anstatt ihr jetzt hektisch eine Weihnachtskarte zu schreiben. Dann haben wir beide Zeit und Muße, mal wieder die neusten Ereignisse zu bequatschen. Und können uns auch gleich noch über unsere Erfahrungen mit dem weihnachtlichen Familientreffen austauschen. Ja, wenn ich es so mache, dann habe ich zumindest ein bisschen Leere. Und Gott hat so immerhin die Chance, mir neue, anregende und kreative Erfahrungen zu schenken!

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