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Ende des Ramadans
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Ende des Ramadans

Pater Andreas Meyer
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Morgen geht der Ramadan, der muslimische Fastenmonat, zuende. Dieser Monat ist den Muslimen heilig. Und sie begehen ihn auf besonders intensive Weise. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten sie. Das gemeinsame Gebet ist ihnen wichtig. Und darum sind zu den Gebetszeiten im Ramadan besonders viele Menschen in der Moschee. Jeden Tag am Abend wird das Fasten mit einem gemeinsamen Abendessen beendet. Dazu kommen viele Menschen zusammen, essen und trinken miteinander und pflegen die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern. Erst recht wird am Ende des Ramadans gefeiert.

Aber natürlich ist dieses Jahr alles ganz anders. Viele haben sich gar nicht vorstellen können, wie das gehen soll: Ramadan ohne die Begegnungen im gemeinsamen Gebet und Feiern. Natürlich lässt sich der Ramadan auch zuhause im Kreis der Familie gestalten. Aber dann sollten wenigstens Freunde zu Besuch kommen können. Auch das ist nicht möglich.

Und so haben viele Gemeinden, ähnlich wie die Christen, per Livestream die Gemeindeglieder angesprochen und das Morgen- und Abendgebet aus der Moschee übertragen. Und damit das abendliche Fastenbrechen als festliche Mahlzeit begangen werden kann, haben Gemeinden einen Lieferservice organisiert. Von dem profitieren vor allem die, die sich selbst keine Mahlzeit zubereiten können. Zwar ist es mittlerweile wieder möglich, sich zum Gebet in den Moscheen zu treffen – aber auch nur unter strengen Sicherheitsbedingungen. Und das können oder wollen manche nicht auf sich nehmen.

Aber gerade, weil der Ramadan in diesem Jahr so anders ist, werden viele ihn vielleicht bewusster erleben und gestalten – das hofft jedenfalls ein Iman aus Oberbayern. Mit Vertrautem und Gewohntem bewusster umgehen – das wünsche ich mir auch für uns Christen. Ich sehe diese Zeit als große Chance: Muslime, Christen, alle Gläubigen nehmen jetzt in dieser Krise wieder viel intensiver wahr, wie wichtig ihnen Gottesdienste und die Begegnungen in den Gemeinden sind.

 

 

 

 

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