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Ein Rezept fürs Leben
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Ein Rezept fürs Leben

Gudrun Olschewski
Ein Beitrag von

Gudrun Olschewski,

Evangelische Pfarrerin, Pfungstadt
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Schon von weitem sehe ich die Menschenschlange vor der Apotheke meines Vertrauens. Es führt kein Weg an ihr vorbei. Mir bleibt keine andere Wahl.

Anstehen in Corona-Zeiten

Mit meinem Rezept in der Hand reihe ich mich in die Schlange ein. Es geht nur langsam voran. Ich weiß: Das wird dauern bis ich dran bin. Es sind Corona-Zeiten.

Für jedes Zipperlein ein Medikament

Mein Blick fällt auf einem Bildschirm im Schaufenster. Im Sekundentakt spuckt er Werbeangebote aus. Ich staune. Was man alles haben kann. Gesundheitlich gesehen. Und die Lösung hier in der Apotheke: Zum Greifen nah.

Ich stehe ja auch mit meinem Rezept an. Es zeigt: Ich brauche etwas, damit ich wieder gesund werde. Und ich bin dankbar dafür, dass mir geholfen wird. Aber ein Mittel gegen alle nur vorstellbaren Zipperlein?

Völlige Gesundheit gibt es nicht

Völlige Gesundheit gibt es nicht, so sehr mir die Werbung für oder gegen etwas das einreden will. Wichtig ist, wie ich damit umgehe, wenn mir etwas weh tut oder ich nicht makellos bin. Klage und stöhne ich darüber oder nehme ich hin: Es gibt keine Vollkommenheit.

Endlich. Die Tür öffnet sich für mich. Ich darf eintreten, bin sofort dran und löse mein Rezept ein. Zufrieden verlasse ich die Apotheke. Ich habe bekommen, was ich brauche, damit es mir wieder besser geht.

Gesundheit lässt sich nicht kaufen

Ich weiß, Gesundheit lässt sich nicht kaufen, selbst in einer Apotheke nicht. Das Leben mit all seinen kleinen und großen Zipperlein hat mir Gott geschenkt. Ich kann einiges dazu beitragen, in dem ich auf mich acht gebe und mich pflege. Perfekt, völlig gesund oder immer strahlend schön werde ich nie sein.

Ein Versprechen von Gott

Es gibt da ein Versprechen. Direkt von Gott. Der sagt: „Ich will dich tragen, solange du lebst.“ Wie schön, das zu wissen.

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